[Gemacht] Blondierwäsche

Seit etwa einem Jahr wollte ich eine Blondierwäsche bei meinen Haaren machen.
Ich war letztes Jahr nicht zufrieden mit meiner Haarfarbe. Vor der Buchmesse hatte ich sie für mein Cosplay Rot coloriert. War eine unheimlich schöne Farbe, hat sich nur ganz eigenartig ausgewaschen. Schwarzkopf-Farbe mögen meine Haare anscheinend nicht. Also habe ich diverse Brauntöne drüber gelegt. Das Rot schimmerte aber immer irgendwie durch. Und nervte mich.
Ich hab dann rumgegooglet und bin auf die Blondierwäsche gestoßen. Hab mich aber nicht so recht rangetraut und beim Friseur nur blonde Strähnchen machen lassen. Nichts halbes und nichts ganzes. Aber das Vorhaben Blondierwäsche verschwand erstmal wieder in der Versenkung.
Dieses Jahr habe ich dann mal wieder eine neue Haarfarbe probiert.
Oh mann, war das dunkel D: Zu dunkel. Aber naja. Frau lebt damit. Aber gestört hat es mich besonders, als mein Haaransatz immer blonder zu werden schien.
Dann bin ich auf Youtube auf ein Video gestoßen, das den alten Gedanken wieder hervorgeholt hat.
Also habe ich auf ebay gesucht und gefunden und alles nötige für die Blondierwäsche bestellt. Kostenpunkt inkl. Versand €14,69 + €1,- für meinen improvisierten Umhang.
Was braucht man also für eine Blondierwäsche?

  1. Wasserstoffperoxid [Entwickler, Oxydant] (ich hab 1,9%-iges genommen; weniger ist mehr, nach allem, was ich gelesen hab, sollte man nicht unbedingt höher als 6% gehen)
  2. Blondierpulver (habe es schon in einen Plasteeimer umgefüllt, weil es nur in einem nicht wiederverschließbaren Beutel kam)
  3. Färbeschale aus Plastik
  4. Messlöffel (geht auch ohne, aber der misst 15 g, das ist perfekt)
  5. Färbepinsel (zum Anrühren, beim Blondieren ist er nicht so praktisch)
  6. eine Bürste(um alles gleichmäßig zu verteilen)

Zutaten

Nicht im Bild, aber unerlässlich: (Latex)Handschuhe
Nicht im Bild, aber empfehlenswert: ein Umhang (ich hab im 1-Euro-Laden einen Duschvorhang gekauft und in die Mitte ein Loch geschnitten) und ein Schwamm (ich habe ein Abschminkschwämmchen aus dem dm genommen, eignet sich hervorragend; es sollte auf jeden Fall etwas sein, dass ihr nicht mehr für was anderes braucht) und eine Küchenwaage (oder was anderes, womit ihr ordentlich abmessen könnt). Fenster wäre auch coll, das Zeug stinkt nämlich barbarisch…

Und auf geht’s!
Leider habe ich vergessen, ein Vorher-Bild meiner Haare zu machen. War schon ziemlich spät und lichttechnisch nicht mehr praktisch, als ich mich nach erfolgreicher Beendigung meiner Aufräumaktion dazu entschied, die Blondierwäsche doch noch in Angriff zu nehmen. Naja. Aktuelle Farbe hatte ich ja oben verlinkt.
Wie habe ich die Blondierwäsche gemischt?

  • 30 g Blondierpulver
  • 30 ml Wasserstoffperoxid
  • 60 ml warmes Wasser
  • etwas Shampoo (ca. 5 ml, das ist etwa ein „Spritzer“)

Verhältnis also bei Blondierpulver und Wasserstoffperoxid 1:1 und doppelt so viel Wasser.
Ich würde sagen, es ist am günstigsten, erst Pulver und Entwickler zu mischen und anschließend Wasser und Shampoo zuzugeben. Aber das kann jeder halten, wie er will. Ich hab mit meinem Pinsel vermischt, ihr könnt aber auch einen kleinen Schneebesen nehmen. Darf nur nicht aus Metall sein und sollte besser auch nicht mehr zum Kochen genommen werden ^^ Ob es auch mit einem Holzlöffel geht…keine Ahnung.
Jetzt kommt der spannende Teil. Die Blondierwäsche ist extrem flüssig. Deswegen empfehle ich zum Auftragen ein Schwämmchen zu nehmen. Das saugt sich schön voll und man kann damit die Haarsträhne so schön umschließen. Beim ersten Durchgang habe ich den Färbepinsel genommen. Geht auch, aber nicht so gut.
Ich habe die Blondierwäsche von den Spitzen beginnend aufgetragen. Ist ’ne ziemliche Sauerei. Also rundherum auf die Spitzen auftragen und zwischendurch bürsten, damit sich alles gut verteilt. Dann bin ich schrittweise höher gegangen. Allerdings nicht bis zum Ansatz, der ist ja bei mir schon so hell und vor allem nicht gefärbt. Da wäre ich nach 5 Minuten wahrscheinlich Platin. Ein bisschen was ist natürlich trotzdem drangekommen, aber nur beim ersten Durchgang.
Dann hieß es warten. Nach meiner Recherche ist die Einwirkzeit natürlich variabel, sollte aber 50 Minuten nicht übersteigen. Ich hab 30 Minuten gewartet. Dann hab ich die Spannung nicht mehr ausgehalten und wollte wissen, ob und wie viel man sieht ^^
Also ganz normal ausspülen und trocknen.
Ich war recht skeptisch, wie das Ergebnis wohl ausschauen würde. Da meine Ausgangsfarbe nicht nur extrem dunkel sondern auch noch diverse Farben in den Spitzen vorzuweisen hatte, war ich mir nicht sicher, ob man überhaupt etwas sehen würde. Mal abgesehen davon, dass ich mir Sorgen ob der Gleichmäßigkeit gemacht hab.
Ich wurde positiv überrascht. Das Ergebnis war sichtbar und auch halbwegs gleichmäßig. Meine Haare waren merklich heller und hatten mehr Rotstich. Gut, den wollte ich eigentlich gerade nicht, aber wir wissen ja alle, dass es eigentlich unvermeidlich ist. Aber Hoffen darf man trotzdem.
Zufrieden war ich aber noch nicht ganz. Ich hab meinen Haaren aber wenigstens eine Nacht Ruhe gegönnt und am nächsten Tag nochmal eine Blondierwäsche gemacht.
So sah es danach aus:
Ergebnis nach 2x
In den Spitzen sieht es dunkler aus, weil ich da Haarwachs drin hab und das Licht nicht so günstig fällt. Diese eine hellere Stelle war auch vor der Blondierwäsche heller als der Rest. Ich hab keine Ahnung, woran das liegt. Es ist aber nicht so doll, wie das Foto suggeriert. Es ist echt schwierig, Haarfarbe ordentlich zu fotografieren.
Das habe ich besonders festgestellt, als ich versucht habe ein Foto von meinen Haaren nach dem 3. Mal Blondierwäsche zu machen. Es war mir nicht möglich, ein gescheites Foto hinzubekommen, das a) einen Unterschied erkennen lässt und b) meinen Haare nicht zu orange aussehen lässt. Ein Unterschied ist nämlich da und meine Haare sind keineswegs orange. Sie haben jetzt einen unheimlich tollen hell-rehbraun-roten Ton. Ich glaube, das hier trifft es ganz gut:
Farbe
Bildquelle: http://www.clickandcare.ch/coloration/wella/color-touch/color-touch-vibrant-reds-7/47-mittelblond-rot-braun
Was auch der Grund dafür ist, dass ich mir die Farbe noch kaufen möchte. Mein Ansatz muss ja auch noch passig gemacht werden.
Aber erstmal bin ich superzufrieden ^^ Und das, obwohl ich eigentlich den Rotstich los werden wollte. Aber thanks to A Game of Thrones finde ich das mittlerweile wieder so hübsch, dass ich richtig glücklich mit dem Ergebnis bin.

Und wie haben meine Haare die Prozedur(en) überstanden?
Kann mich nicht beklagen, wenn ich ehrlich sein soll. Klar, sie waren erstmal ein bisschen strohig, aber nach einer Haarkur war alles wieder bestens. Ich möchte also mal behaupten, dass die Blondierwäsche meine Haare nicht auffällig geschädigt hat. Sie sind nicht ausgefallen, abgebrochen oder sonst irgendwie großartig anders als vorher.

Kann ich die Blondierwäsche empfehlen?
Ja, eigentlich schon. Man darf natürlich nicht zu viel erwarten (bez. der Aufhellung, es ist wirklich nur für kleine Schritte) und sollte experimentierfreudig sein. Ich kann mir vorstellen, dass es für Färbunerfahrene auch eher schwierig ist und man sich vielleicht von einer Freundin oder von Mama helfen lassen sollte. Wie gesagt, ist die Konsistenz sehr flüssig und läuft schnell mal dahin, wo man es nicht haben möchte. Wer sich aber nicht sicher ist, dem sei geraten zum Aufhellen zu einem Profi zu gehen. Kostet zwar bedeutend mehr, aber man ist meiner Meinung nach besser aufgehoben.

Yours, Aly

Selbstversuche (und animierte *.gif’s)

Unter den Themenvorschlägen für meinen Blog fand sich irgendwo auch ein Beitrag zu Selbstversuchen. So etwas wie: 1 Woche Vegetarier o.ä. .
Ich bin nicht dadurch darauf gekommen, mal ein paar Selbstversuche zu wagen, sondern dadurch motiviert, mal darüber zu berichten.
Süß fand ich besonders den o.g. Vorschlag. Ich weiß, das kann ja keiner von euch wissen, weil ich das noch nicht kund getan hab, aber ich bin schon aus Überzeugung 90%-iger Vegetarier ^^. Klingt komisch, ich weiß. Falls ihr Interesse an näherer Ausführung zu meinem überzeugten Nicht-Ganz-Vegetarismus habt, lasst es mich wissen, dann erläutere ich das ausführlicher.
Immerhin soll heute um Selbstversuche gehen, die nicht seit 4 Jahren problemlos klappen.

Selbstversuch 1 – Weniger Salz
Wir essen zu salzig. Das sollte wohl allgemein bekannt sein.
Das Essen wird beim Kochen gut mit Salz bestreut, aber auf dem Teller ist es uns dann doch noch zu wenig und wir salzen gehörig nach. Von Salzbomben wie Kartoffelchips will ich gar nicht erst anfangen.
Vor einiger Zeit habe ich eine interessante Dokumentation zu Zivilisationskrankheiten & Co. gesehen und dort wurde das auch aufgegriffen. Es wurde gut erklärt, wie es kommt, dass wir immer mehr salzen, obwohl wir uns gar nicht mehr unterversorgen können.
Ur-Instinkte besiegen uns immer wieder.
Also dachte ich mir: Ich versuche jetzt mal, mein Essen nicht mehr nachzusalzen. Gar nicht salzen ist ja auch nicht gut. Immerhin ist Salz notwendig und ganz ohne schmeckt nun mal nichts richtig. Jeder, der schon mal vergessen hat, Salz an das Kochwasser für Nudeln zu machen, weiß, wovon ich rede.
Ich salze nun also nur noch beim Kochen. Ganz normal, nicht mehr, als ich es sonst getan habe.
Es ist am Anfang zunächst komisch. Die Sachen schmecken etwas fad. Es ist schwierig, dem Drang den Salzstreuer zu holen und nachzusalzen, nicht nachzugeben, wenn das Essen ein bisschen fad schmeckt. Man hat es ja schließlich immer so gemacht. Alte Gewohnheiten sterben langsam. Und wenn ich für eins nie zu faul war, dann vom Essenstisch nochmal in die Küche zu gehen und den Salzstreuer zu holen.
Aber es ist zu schaffen. Der innere Schweinehund ist zwar ein harter Gegner, aber ich hab ihn bis jetzt bezwungen. Und es wird leichter, je länger man es durchhält. Das Essen schmeckt dann nämlich nach kurzer Zeit wieder genauso gut wie immer, hat man sich erstmal an die geringere Salzmenge gewöhnt.
Ich weiß nicht, ob es zukunftstechnisch etwas bringen wird, aber schlechter macht es mein Leben auf keinen Fall. Wahrscheinlich senke ich jetzt das Risiko, eine Infarkt zu erleiden, nur um es dann durch meinen Beruf wieder zu erhöhen und am Ende bei +/-0 zu landen. Naja, Auch gut ^^.
Von Kartoffelchips werde ich wohl trotzdem nicht loskommen. Aber da ich, zumindest auf’s Jahr gerechnet, nicht mehr als eine Tüte pro Monat esse, ist das wahrscheinlich nicht so tragisch.

Selbstversuch 2 – Weniger Haare waschen
Ich hab meine Haare noch nie täglich gewaschen, so viel sei vorweg gesagt. Zwei Tage haben sie immer gut durchgehalten und zu faul war ich eh (besonders je länger die Haare wurden), ich schlaf lieber ’ne halbe Stunde länger.
Nun ja. Sie sind jetzt eben schon ziemlich lang und ich möchte sie noch länger haben. Also sucht Frau natürlich nach Wegen, die Haare weniger zu strapazieren.
Da meine heiße Phase mit dem Glätteisen und sonstigen Stylingtools grad etwas abgekühlt ist und den Haaren von der Seite keine Gefahr droht, versuche ich nun also die Belastung durch Waschen und Föhnen zu reduzieren. Das Föhnen mal wegzulassen ist ja im Sommer wahrlich nicht das Problem und sogar angenehm bei 30°C im Schatten.
Der erste Schritt dieses Selbstversuchs ist nun das Waschen auf jeden dritten Tag zu verzögern.
Das ist am Anfang echt komisch. Wenn die Kopfhaut es gewöhnt ist, jeden zweiten Tag sauber geschrubbelt zu werden, dann sehen die Haare am dritten Tag ohne Haare waschen anfangs ziemlich eklig aus. Gott sei Dank kann man das ab einer gewissen Länge durch Zopf & Co. etwas verstecken. Ich muss aber sagen, dass sich mein Kopf recht schnell daran zu gewöhnen scheint. Und das im Sommer! Wo man doch so viel schwitzt und alles. Am Tag nach dem Waschen sind sie jetzt bei mir genau so, wie sonst nur an dem Tag, an dem ich gewaschen hab. Sonst war der Ansatz immer schon ein bisschen fettig. So sind sie jetzt erst am zweiten Tag, an dem ich normalerweise immer schon gewaschen hab.
Spart also zumindest schonmal Zeit, Geld, Wasser und Strom.
Was es in der Zukunft meinen Haaren bringt, wird sich zeigen.

Hach, und das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen:

Eigentlich hab ich nach einem netten Gif zum Haare waschen gesucht (wobei man dann auch auf sowas stößt: Look at his hair!. Naja. Chibichibi ist auch süß :P

Yours, Aly

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