Woche der Handarbeit

Fleißig wie ein Bienchen habe ich mich diese Woche der Handarbeit gewidmet.
Als erstes schenkte ich meinem Stab, der seit einiger Zeit eher unbeachtet in der Ecke stand, wieder Aufmerksamkeit. Unten fehlte noch der Dekokristall, dessen Rohbau aus Pappe mit Heißkleber am Stab befestigt wurde. Dann kam wieder der Bauschaum zum Einsatz. Was noch an Rest in meiner letzten Dose war, hat punktgenau ausgereicht. Ich war begeistert. Jetzt fliegt ein überschüssiger Bauschaum bei mir rum, um den ichmich kümmer muss. Es war wieder erstaunlich, wie viel Abfall dieser kleine Teil des Stabes beim Schnitzen produziert hat. Wie auch schon zuvor habe ich dann alles mit einer Schicht Kreppband und Zeitungspapier bedeckt. Inzwischen hatte ich mich auch was die Verwendung von Pappmâché anging dazu entschieden, dass ich machen will. Um ehrlich zu sein, ich war mir nicht hundertprozentig sicher, dass die Zeitungspapier-Tapetenkleister-Geschichte ohne weitere Stabilisierung ordentlich halten würde.
Am Mittwoch kam das Pappmâché bei mir an und freudig ging ich ans Werk. Mit Pappmâché herumschmieren ist irgendwie eine sehr meditative Tätigkeit. Allerdings dauert es extrem lange, bis das Zeug durchgetrocknet ist. Auf der Packung stand irgendwas von 24 Stunden – Pustekuchen. An und für sich nicht so extrem schlimm, aber ich wollte ja die andere Seite des Stabes auch möglichst bald mit einer Schicht versehen. Mittlerweile ist fast der ganze Stab mit Pappmâché umhüllt. Nur beim Kristall oben fehlt noch eine Seite. Sobald das fertig ist, mache ich Fotos davon. Solange habe ich nur welche bis zu dem Zeitpunkt, wo ich gerade alles dafür bereit gelegt habe.

Ich bin bis jetzt unheimlich zufrieden mit dem Stab. Ich freue mich riesig auf das Cosplay. Ich kann gar nicht erwarten, Stoff zu kaufen und mit dem Nähen anzufangen. Bis dahin muss ich mich allerdings mit den anderen Sachen drumherum zufrieden geben. So habe ich denn diese Woche auch Gießharz für die benötigten Edelsteine gekauft. Am Freitag kam es an und ich habe es mir nicht nehmen lassen, damit herumzuprobieren. Schließlich habe ich soetwas auch noch nie zuvor gemacht. Die Formen für meine Kristalle sind zwar noch nicht fertig, dafür muss ich noch Silikonkautschuk ordern, aber ich hab genügend andere Silikonformen, die ich nicht (mehr) für ihren ursprünglichen Zweck nutze. So habe ich also meine Pralinenform zweckentfremdet und Gießharzgoodies damit gemacht. Mit dem Gießharzexperiment habe ich mein Wohnzimmer dann in meine persönliche Gaskammer verwandelt. Oh man. Peroxyd ist sowas von pervers. Was tut man nicht alles …
Nachdem die Sachen über Nacht gehärtet sind, mussten sie noch in den Ofen. Zumindest empfahl meine Anleitung das bei kleinen Mengen. Und so richtig hart, wie ich es erwartet habe, waren die guten Stücke auch noch nicht. Nach zwei Stunden bei kuscheligen 50°C sah das aber anders aus. Hart, glasklar und wunderschön. Ich bin verliebt. Wenn man das Zeug dann das zweite Mal anrührt, stinkt es auch schon nicht mehr ganz so schlimm xP
Um auch gleich noch ein bisschen zu testen, wie ich später die Farbgestaltung machen werde, habe ich meine Nagellackkisten durchwühlt und die Rückseiten meiner Sterne und Bäume bepinselt. Zum Schluss noch Klarlack drauf und fertig.

Der neuerworbene Perfect Stlye Nagellack macht sich echt gut und sieht richtig schick auf meinem „Edelstein“ aus.
Zu guter letzt habe ich diese Woche noch die Cupcake Mütze gehäkelt. Nach kleineren Startschwierigkeiten (ich musste erstmal die englischen Fachbegriffe übersetzen und ständig nachgucken, was welche Abkürzung war und wie man das dann macht), ging sie relativ schnell von der Hand. Ich bin jetzt wieder Profi im Häkeln von halben Stäbchen. Um genau zu sein war ich so drin im halbe-Stäbchen-Häkeln, dass ich Kuchen und Frosting mit Stäbchen zusammenhäkeln wollte statt der geforderten festen Maschen. Immer wieder habe ich mich dabei erwischt, dass ich schon den Umschlag auf der Nadel hatte. Die Anleitung für das Frosting war zunächst etwas verwirrend und wenn man sich das gehäkelte Stück zwischendrin angeguckt hat, hätte man meinen können, dass ich nicht ganz verstanden hab, dass Ränder gerade sein sollen. Zunächst war ich verwundert, aber irgendwann stellte ich fest, dass nur so der „Swirl“-Effekt zustande kommen kann. Alles gut also.

Ich mag das Pink des Frostings. Es ist richtig schön leuchtend, aber noch nicht knallig. Da Rot nicht so gut zu Pink passt, ist meine Kirsche weiß (und ich stelle mir vor, sie wäre mit weißer Schokolade überzogen). Die Pompon-Streusel habe ich am Ende mit Heißkleber befestigt. Jetzt freue ich mich, dass ich in der grauen Jahreszeit einen kleinen Farbtupfer setzen kann, wenn ich draußen mit meiner Mütze herumlaufe.
Ich überlege schon, was ich als nächstes aus Twinkie Chans Buch machen kann. Bald ist Weihnachtszeit, da wäre doch ein Lebkuchenmann-Schal passend, oder? Das wird wahrscheinlich etwas zeitaufwändiger als die Mütze. Und das, wo doch jetzt weniger Zeit ist für Handarbeiten.
Morgen geht die Uni wieder los und da werde ich wohl oder übel wieder eher geistigen Fleiß beweisen müssen …

Yours, Aly <3