Der Mitternachtspalast

RezensionDa ist ist sie nun endlich. Meine Rezension zu Der Mitternachtspalast. Als zweiter Band einer Reihe passt es sogar (dieses Mal ganz ungeplant) zu einer Aufgabe der Task-Challenge. Ich sage hier gleich, dass ich spoilern werde (nicht nur das Buch, sondern auch Der Fürst des Nebels, tut mir wirklich Leid, aber es ging nicht anders). Wer das also nicht lesen, aber trotzdem wissen will, wie das Buch in Sternen bei mir abgeschnitten hat, klicke sich hier auf meine Buchliste 2015. Für alle, die die beiden Bücher schon kennen oder denen das egal ist: Ihr seid herzlich dazu eingeladen, meine Kritik zu lesen, zu kommentieren und eure Meinung zu dem Buch kundzutun.

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Titel: Der Mitternachtspalast
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Verlag: Fischer FJB, 2010
Seiten: 400
ISBN: 978-3596031382
Preis: € 18,95 / € 9,99

Inhalt

In der verblassten Kolonialschönheit Kalkutta begegnet Ben in den 30er Jahren der geheimnisvollen Sheere, von der er sich magisch angezogen fühlt. Beide sind ohne Eltern aufgewachsen; er im Internat, sie bei ihrer Großmutter. Nun können sie nicht mehr ohne einander sein. Doch als hätte eine dunkle Macht nur auf ihr Zusammentreffen gewartet, geraten die beiden bald in einen mörderischen Strudel und müssen erkennen, dass sie weit mehr verbindet als große Gefühle … (Amazon)

Meine Meinung – Achtung, SPOILER!

Okay, ich hatte ja schon durchblicken lassen, dass mir das Buch nicht so wahnsinnig gut gefallen hat. Am Ende habe ich es nur noch aus Prinzip zu Ende gelesen.
Warum hat mir das Buch nicht gefallen?
Rein sprachlich habe ich an dem Buch nichts auszusetzen. Zafón kann sehr gut schreiben. Die Bilder, die er zeichnet, die Weisheiten, die sich hinter einigen Sätzen verstecken – all das ist fantastisch. Auch die Idee des Buches ist nicht schlecht.
Aber. Das große Aber.
Es ist genau das gleiche wie zuvor in Der Fürst des Nebels. Es gibt einen festen Personenkreis, der durch mehr oder minder tragische Umstände an dem Ort ist, wo er ist. Es kommt eine neue Person in diesen Kreis. Es gibt den Bösewicht, der was gegen diese neue Person hat und sie tot sehen will. Und auch wenn der Bösewicht hier am Ende wohl tot ist, so ist es auch die neue Person im alten Personenkreis. Genau wie im Nebelfürsten.
Habe ich mich bei dem Buch noch eher darüber beklagt, dass es etwas zu schnell ging (die Handlung schritt mir etwas zu rasant voran), war es nun beim Mitternachtspalast das genaue Gegenteil: Es war einfach viel zu lang. Und dann diese vielen Personen, die zwar alle irgendwie was beigetragen haben, aber letztendlich trotzdem austauschbar und, schlimmer noch, überflüssig waren. Es erschloss sich mir bis zum Ende nicht, wozu man nun diesen großen Personenkreis brauchte, außer als ultimatives Druckmittel á la „Bist du bereit, den Leben für das deiner Freunde zu geben?“ Einer hätte echt gereicht. Dann wäre das Buch auch 100 Seiten kürzer werden können. Ich hatte ja bei meinem letzten Gemeinsam-lesen-Beitrag schon beklagt, dass mir die Charaktere egal waren. Ehrlich gesagt habe ich mich am Ende nur noch gefragt, ob nun Ben oder Sheere das Zeitliche segnen wird. Das ist schon leicht tragisch.
Von daher wird sicherlich niemand von meiner Bewertung überrascht sein:

1_Stern

Sorry, Herr Zafón, aber das Buch war für mich ein Fehlgriff. Ich hoffe sehr, dass das nächste, das ich von ihm lese, besser wird. Der dunkle Wächter wanderte nach diesem Desaster allerdings ungelesen in die Bibliothek zurück. Die Nebel-Trilogie ist für mich nach zwei Bänden beendet.

Yours, Aly <3

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