Endurance

RezensionZwei Jahre lang hat Endurance auf meinem Kindle den Schlaf der Gerechten geschlafen. Jetzt habe ich es endlich geschafft, es zu lesen. Anreiz war zwar „nur“ die Task-Challenge, aber wen interessiert das schon?
Manchmal braucht es eben ungewöhnliche Anreize, das Ergebnis ist das gleiche: Ich habe ein sehr gutes Buch gelesen.

endurance



Titel: Endurance – Shackleton’s incredible voyage
Autor: Alfred Lansing
Verlag: Basic Books, 2008
Seiten: 298
ISBN: 978-0786706211
Preis: € 12,27 / € 7,69

Inhalt

1914 bricht Sir Ernest Shackleton mit einer Truppe von 28 Mann und der Endurance zur (laut Wikipedia, 28.02. 2015) „letzte[n] große[n] Expedition des Goldenen Zeitalters der Antarktis-Forschung“ auf. Ihr Ziel ist es, die Antarktis zu durchqueren; dies wurde zuvor noch nie geschafft und galt nach Erreichen des Südpols als letzte Herausforderung. Zunächst läuft alles (fast) nach Plan, doch dann wird die Endurance vom Packeis eingeschlossen …

Meine Meinung

Ich muss sagen, dass es mir sehr schwer fällt, bei diesem Buch Kriterien heranzuziehen, die ich sonst bewerte.
Die Geschichte entzieht sich der Bewertung, da sie auf Tatsachen beruht. Ich kann also nicht dem Autor auf die Schulter klopfen und sagen Toll gemacht! oder ein vernichtendes Was sollte das denn sein? von mir geben.
Es ist eine Geschichte, die mir sehr nah gegangen ist und bei der mir zwischendurch immer mal wieder ein Tränchen über die Wange kullerte. Es gab viele Momente, die meine Vorstellungskraft bez. dessen, was der Mensch ertragen kann, an ihre Grenzen brachten und mich sprachlos zurückließen. Ich mag es, ab und zu auch durch Lektüre eines solchen Buches quasi auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden und mir klar zu machen, wie privilegiert ich eigentlich bin.
Auch die sprachliche Ausgestaltung spielt bei diesem Buch keine Rolle. Sie war gut genug, um für mich kein Grund zu sein, das Buch wegzupacken. Was es hier am ehesten trifft, wäre wohl: dem Inhalt angemessen. Für mich las sich das Buch flüssig und schnell und dank integriertem Kindle-Wörterbuch konnte ich etwaige Unklarheiten bei nicht so geläufigen, englischen Wörtern schnell klären (irgendwann schaffe ich es vielleicht auch, mir das englische Wort für Skorbut zu merken).
Die Charaktere lassen sich ebenso nicht bewerten, sind es doch normale Menschen mit all ihren Vorzügen und Makeln.
Trotzdem (oder gerade deswegen) bleibt mir am Ende gar keine andere Wahl, als diesem Buch die beste Bewertung zu geben. Wer sich nicht dazu durchringen kann, das ganze Buch zu lesen (ich könnte es verstehen, wenn man sich so gar nicht für wahre Geschichten begeistern kann), sollte aber auf jeden Fall einen Blick in den Wikipedia-Artikel Endurance-Expedition werfen, es lohnt sich.
Hier also noch die Bewertung in sichtbaren Sternchen:

4_Sterne

[…] but when you are in a hopeless situation, when there seems no way out, get down on your knees and pray for Shackleton. (S. 17)

Yours, Aly <3

Ein Gedanke zu „Endurance

  1. Pingback: Montagsfrage | alyceen.

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