Das Hohe Haus

RezensionTatsächlich den ganzen Monat habe ich für das Buch gebraucht. Ich fand die Idee des Buches, wie ich schon mehrfach gesagt habe, sehr interessant und wie der Zufall es wollte, passte Das Hohe Haus zu einer Aufgabe der Task-Challenge im Januar. So rückte es wahrscheinlich auf meinem SuB ein ganzes Stück nach vorne. Ich habe es definitiv nicht bereut.

willemsen



Titel: Das Hohe Haus – Ein Jahr im Parlament
Autor: Roger Willemsen
Verlag: S. FISCHER, 2014
Seiten: 400
Preis: € 19,99 / € 17,99
ISBN: 978-3100921093

Inhalt

Ein ganzes Jahr lang verfolgt Roger Willemsen von der Zuschauertribüne aus die Sitzungen des Deutschen Bundestags. Hier fallen die Entscheidungen, die uns alle betreffen und unser Leben verändern. Aber wie fallen diese Entscheidungen, und wie vertritt uns unsere Volksvertretung wirklich? Funktioniert das Herz unserer Demokratie? (Klappentext)

Meine Meinung

Okay, so wirklich verstanden habe ich zwar durch das Buch auch noch nicht, wie genau unsere Volksvertretung nun ihre Entscheidungen trifft, aber viel heiße Luft scheint dazuzugehören.
Wer das Buch in die Hand nimmt, sollte sich vorher darüber im Klaren sein, dass er es nicht mit einer objektiven Betrachtung des politischen Entscheidungsfindungsprozesses zu tun haben wird. Viel mehr ist es eine Analyse (ggf. auch nur eine Aufzählung, was manchmal erschreckend genug ist) des Drumherums und ein kritischer Blick auf den Inhalt der gehaltenen Reden. Hinzu kommt immer mal wieder ein kleiner Einblick in die Gefühlswelt des Autors in diesem Zusammenhang. Alles in allem sehr interessant.
Es ist faszinierend und erschreckend zugleich, dass im Bundestag anscheinend von den Zuschauern auf der Tribüne mehr Disziplin verlangt wird, als von den Abgeordneten. Teilweise hat man das Gefühl in einen vollen Hörsaal zur Spätvorlesung des unbeliebtesten Professors geworfen worden zu sein.
Der Stil von Willemsen ist zuweilen etwas schwülstig, was sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist. Ich persönlich fand es nicht störend, konnte mich stellenweise sogar recht gut mit dem Stil identifizieren.
Wer schon immer mal einen kleinen Einblick in das Hohe Haus haben wollte und wie es der Tribüne begegnet, sollte sich das Buch zu Gemüte führen.
Mir hat es insgesamt sehr gut gefallen, an einigen Stellen war es mir aber dann doch etwas zu viel eigene Meinung auf einmal (oder ich hab nicht ganz verstanden, warum Willemsen sie genau an der Stelle bringt), sodass ich ein Sternchen abziehe und das Buch von mir „nur“ drei Sterne bekommt.

3_Sterne

Schließen möchte ich mit meinem liebsten Zitat aus diesem Buch:

Doch was bliebe vom Parlamentarismus, nähme man ihm den »Blödsinn« und das »Abwinken«? (S. 27)

Yours, Aly <3

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