Wintersmith

RezensionIch frage mich, wann der Moment kommt, da ich endgültig genug von Terry Pratchett habe. Ich hoffe ja, er kommt niemals. Pratchett schafft es für mich wie kein zweiter Autor, Bücher zu schreiben, die ich immer wieder gerne in die Hand nehme und die auch beim sechsten Mal (siehe Schweinsgalopp) nicht langweilig werden. Im Gegenteil, ich entdecke immer noch neue Kleinigkeiten, die mir zu vor nicht so bewusst geworden sind.
Deswegen gibt es heute auch eine Rezension zu einem meiner liebsten Pratchett-Romane.

It’s a story about ice and fire, Summer and Winter. You’ve made it wrong. You’ve got to stay to the end and make sure it tunrs out right. (Pos. 2163)

Wintersmith



Titel: Wintersmith
Autor: Terry Pratchett
Verlag: RHCP Digital, 2008
Seiten: 384
Preis: € 8,34/ € 5,48
ISBN: 978-0552562898

Inhalt

Tiffany Weh ist eine Hexe in Ausbildung und im besten Teenageralter. Da sie sich ungern etwas verbieten lässt, schon gar nicht das Tanzen, kann sie sich auch bei der Feier, die den Übergang vom Sommer zum Winter markiert, nicht zurückhalten. Und so passiert das Unvermeidliche – der Winterschmied selbst, Herr über Eis und Schnee, wird auf Tiffany aufmerksam und verliebt sich in sie. Von Stund an überschüttet er sie mit Schneeflocken, und Tiffany muss sich schnell etwas einfallen lassen, wenn es jemals wieder Frühling werden soll auf der Scheibenwelt.

Your own brains ought to have the decency to be on your side! (Pos. 2960)

Meine Meinung

Im Gegensatz zu einigen meiner Freunde bin ich ein sehr großer Fan der Scheibenwelt-Märchen. Tiffany ist ein toller Charakter und Granny Weatherwax ist neben Tod wohl mein absoluter Scheibenwelt-Liebling.

Granny Weatherwax had an I-am-here signal that bounced off the mountains when she wanted it to; when she walked into a forest, all the wolves and bears ran out the other side. (Pos. 271)

Von daher dürfte es kaum überraschen, dass ich das Buch sehr gut finde.
Es ist im typischen Pratchett-Stil verfasst, wobei es jedoch, wie die übrigen Märchen auch, nicht so arg sozialkritisch ist. Hintergründig schwingt zwar immer ein wenig mit, aber im Gegensatz zu anderen ist es noch dezenter. Der Humor kommt aber nicht zu kurz.
Ich mag die Personifizierung des Winters und dass er sich in eine menschliche Frau verliebt. Und vor allem dass diese Personifizierung keine Ahnung davon hat, was es heißt Mensch zu sein. Wobei es ja schon etwas sehr romantisches hat, Schneeflocken-Abbilder von sich zu bekommen.
Ebenfalls arbeitet Pratchett in diesem Buch wieder schön heraus, was witchcraft ist. Keine Zauberei, nur harte Arbeit. Ich finde das sehr schön. Zwar ist auch ein wenig Zauberei im herkömmlichen Sinne dabei, aber im Grunde ist Hexerei eher Wissen und Menschenkenntnis (und zur Not etwas Kräuterkunde und ganz viel Boffo).

A witch was just someone who knew a bit more than you did. That’s what the name meant. (Pos. 571)

Wer schon Geschichten aus dem Hexen-Zyklus oder auch ein anderes Märchen von der Scheibenwelt gelesen hat und mochte, dem wird auch Wintersmith gefallen, davon bin ich überzeugt. Es ist genau an den richtigen Stellen komisch und an den richtigen Stellen Ernst.
Und im Zweifelsfall: CRIVENS!!!!!
Von daher, auch wenn es nun vielleicht einige verwundert:

3_Sterne

Volle Punktzahl gibt es nicht, weil dieses gewisse Etwas fehlt (genau das, was wahrscheinlich keiner von uns genau benennen kann, das ein Buch perfekt macht).

We make happy endings, child, day to day. (Pos. 1878)

Yours, Aly <3

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