Leipzig mit Goethes Augen

RezensionDie dritte Aufgabe der Task-Challenge für den Monat September hat mich wirklich auf die Probe gestellt. Ein Buch, das in einer deutschen Großstadt spielt.
Gar nicht so leicht, zumindest wenn der Anteil deutscher Autoren im heimischen Bücherregal auf ein Mindestmaß beschränkt ist. Ich habe tatsächlich wenig bis gar keine deutschen Autoren, nur Goethe und Anthologien. Mittlerweile habe ich zwar ein Buch gekauft, das in der größten Stadt Deutschlands spielt (Roger Willemsen: Das hohe Haus), aber als ich meine Planung gemacht habe, hatte ich das Buch eben noch nicht.
Dafür hatte ich zwei andere Büchlein zur Auswahl, die zumindest in einer deutschen Stadt „spielen“ und ein Blick in den entsprechenden Wikipedia-Artikel bestätigte, dass sie auch als Großstadt durchgeht. Somit präsentiere ich also hier meine vielleicht etwas unorthodoxe Wahl.

Mein Leipzig lob’ ich mir! Es ist ein klein Paris, und bildet seine Leute. (Faust I, Z. 2170f)

Goethe



Titel: Leipzig mit Goethes Augen – Sechs biographisch-stadtgeschichtliche Skizzen
Autor: Bernd Weinkauf
Verlag: Sax-Verlag, Beucha, 1999
Seiten: 120
Preis: € 9,00
ISBN: 978-3-930076-82-6

Inhalt

Im Alter von 16 Jahren kommt Goethe zum Studium aus Frankfurt nach Leipzig. Juristerei soll er auf des Vaters Wunsch hin studieren, doch der Filius hat seinen eigenen Kopf und eher Augen für die „ästhetischen Dinge“.
Neue Mode, Liebelei, Champagner, Lustwandeln in den Gärten der Stadt – all das findet der junge Goethe hier neben dem Studium.
Und neben all diesen Dingen hat Goethe sogar noch Zeit Briefe an die liebe Verwandschaft und Verse zu schreiben.
Das Buch gliedert sich in sechs Kapitel, die sich jeweils mit verschiedenen Aspekten des Themas Goethe und Leipzig auseinandersetzen, seien es nun Goethes Ausschweifungen in seiner Jugend oder sein späterer Beitrag zur Kulturszene.
Es ist illustriert mit diversen Zeichnungen (bzw. Kupferstichen, ich habe es nie richtig geschafft, dass ordentlich zu unterscheiden) und Fotos. In den Text sind Auszüge aus Briefen Goethes sowie Gedichtchen eingearbeitet, die entweder aus seiner Leipziger Zeit stammen oder die Zeit/Stadt zum Thema haben.

Meine Meinung

Ich lebe in Leipzig und bin bekennender Goethe-Fan. Da dürfte es wohl kaum überraschen, dass dieses Büchlein den Weg in mein Regal gefunden hat. Zumal nach der unheimlich tollen Lesung während der diesjährigen Buchmesse.
Trotzdem musste es dort jetzt recht lange auf seinen Einsatz warten.
Und nun?
Es ist gut geschrieben, auf jeden Fall, dennoch sind es tatsächlich nur Skizzen, die dem geneigten Leser eher Anregungen geben, mit welchen Aspekten von Goethes Leben er sich genauer beschäftigen könnte, als dass es ausführlich informiert.
Die Zitate aus Briefen und Gedichten sind jeweils passend eingeflochten und geben einen netten Eindruck, wie es Goethe in Leipzig ergangen ist. Die Gedichte haben mir, wie zu erwarten, sehr gut gefallen. Nicht unbedingt inhaltlich, aber stilistisch. Ich bewundere seine Gabe, mit der Sprache zu spielen. Das ist für mich jedes Mal aufs Neue Gänsehaut pur.
Goethe und Leipzig sollte man meiner Meinung nach mögen, wenn man das Buch lesen will. Ansonsten ist es wahrscheinlich zu skizzenhaft. Etwas, das mich im Nachhinein doch mehr gestört hat als ich erwartet hätte.
Daher, auch wenn ich beide Protagonisten des Buches liebe, nur

2_Sterne

Yours, Aly <3

Ein Gedanke zu „Leipzig mit Goethes Augen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.