Die Physik des Unmöglichen

RezensionNachdem ich dieses Jahr (endlich) Stephen Hawkings Eine kurze Geschichte der Zeit gelesen hatte, war ich mehr als fasziniert von der Physik. Klar, man hatte das Schulfach (einige unter uns sogar als Leistungskurs *hüstel*), aber spannend war das nicht. Das waren langweilige Formeln, von denen ich nicht wusste, wo sie her kamen, was sie mir sagen sollten und überhaupt. Das, was man in der Schule gemacht hat, war ja eh erstmal prädestiniert dazu, einen nicht zu interessieren.
Hawking jedoch schaffte es, mir eine ganz neue Welt dieser Naturwissenschaft zu zeigen und neugierig geworden, begab ich mich auf die Suche nach mehr Lesestoff auf dem Gebiet.

Das ist aber wirklich komisch … (S.232)

Physik



Titel: Die Physik des Unmöglichen – Beamer, Phaser, Zeitmaschinen
Autor: Michio Kaku
Verlag: Rowohlt Verlag GmbH, Reinbeck bei Hamburg, 2008
Seiten: 415
Preis: € 17,99 / € 12,99
ISBN: 978-3-498-03540-2

In seinen Augen war die reine Mathematik, wenn sie nur schön genug war, der Leitfaden zu bedeutenden Erkenntnissen. (S. 242)

Inhalt

Wie der Titel schon sagt, beschäftigt sich der Autor mit „Unmöglichem“; Sachen, die uns täglich im Rahmen des Science-Fiction- und auch Fantasy-Genres über den Weg laufen. Telekinese, Teleportation, Todessterne und ähnliche Dinge.
Kaku teilt die Unmöglichkeiten in drei Kategorien: Unmöglichkeit ersten Grades (Dinge, die in absehbarer Zukunft mit der richtigen Technik möglich sein sollten), Unmöglichkeit zweiten Grades (Dinge, die zwar nicht gegen die uns bekannten Naturgesetze verstoßen, aber erst in Jahrtausenden und mehr realisiert werden könnten) und Unmöglichkeit dritten Grades (Dinge, die gegen die uns bekannten Naturgesetze verstoßen).
Für jede Kategorie erörtert er verschiedene Beispiele und gibt (sofern möglich) Wege zur Umsetzung an. Es handelt sich dabei wohl um die gängisten „Unmöglichkeiten“ des Sci-Fi-Genres. Dabei stellt Kaku zunächst eine typische Szene vor, die dem Leser nahe bringt, wie sich Vertreter des Sci-Fi-Genres die betrachtete „Unmöglichkeit“ vorstellen.
In den weiteren Kapitelabschnitten geht er dann auf die bestehenden Schwierigkeiten und mögliche Lösungen ein. Die Zusammenhänge sind dabei ohn unnötiges Fachchinesisch erklärt.
In den Anmerkungen im hinteren Teil des Buches führt Kaku einiges noch weiter aus.
Den Abschluss bildet selbstverständlich eine ausführliche Bibliografie.

Somit teilen Sie Ihr Wohnzimmer mit der Wellenfunktion von Dinosauriern, Aliens, Piraten und Einhörnern, die alle davon überzeugt sind, ihr jeweiliges Universum sei das reale […]. (S. 306)

Meine Meinung

Eins vorweg: Ja, der Übersetzer hat wahrscheinlich nie in seinem Leben auch nur eine Minute Star Wars geguckt und alle Beschwerden bez. seines Fauxpas‘, uns die Macht als die Kraft verkaufen zu wollen, sind absolut berechtigt.
Das Buch ist höchst interessant, besonders, wenn man sich für Sci-Fi begeistern kann. Und mal ehrlich: Haben wir uns nicht alle schon mal gewünscht, dass das Beamen endlich für den Hausgebrauch erfunden würde, sodass wir uns Reisestress ersparen könnten?
Es ist mehr als faszinierend zu sehen, was theoretisch gar nicht mehr sooo weit von der Massentauglichkeit entfernt ist (selbst wenn dieses „nicht mehr weit“ noch 100 Jahre sein sollten). Betrachtet man allein, was wir im vergangenen Jahrhundert erreicht haben (was sag ich? in den letzten 25 Jahren!), erscheint die Vorstellung, dass unsere Enkel auf dem Mars Urlaub machen könnten, gar nicht mehr so unwahrscheinlich. Ein Tagesausflug zum Mond wäre auch erstmal akzeptabel.
Bei aller Naturwissenschaftlichkeit schafft Kaku es dennoch, für den Laien verständlich zu bleiben.
Für meinen Geschmack manchmal etwas zu sehr. Die Physik des Unmöglichen ist eindeutig für eine sehr breite Masse geschrieben. Mir persönlich hat der dahingehend anspruchsvollere Hawking weit besser gefallen.
Ein zweiter Punkt, der mir sehr missfallen hat, ist die Art und Weise wie die Anmerkungen gemacht sind. Es gibt im Text keinerlei Kennzeichnung, zu welchen Stellen in den Anmerkungen weitere Ausführungen zu finden sind (es gibt genau eine einzige Stelle mit einem Hinweis im ganzen Buch). Eine kleine Fußnote wäre schön gewesen, da sowohl ständiges Hin- und Herblättern auf gut Glück als auch erst am Kapitelende in die Anmerkungen zu schauen, äußerst unvorteilhaft sind.
Nichtsdestotrotz bietet das Buch eine interessante Thematik, die leicht verständlich erklärt ist und den Leser von einfachem Möbelrücken mittels Telekinese träumen lässt.
Dafür gebe ich

3_Sterne

Wenn ein Mann nicht so denkt wie wir, sagen wir, er sei ein Spinner, und damit ist die Sache erledigt. Ich meine, heutzutage ist es damit erledigt, weil wir ihn heute eben nicht mehr verbrennen können. – Mark Twain (S. 232)

Yours, Aly <3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.