Rubinrot

RezensionIch bin jetzt so frei zu behaupten, dass dies meine erste Rezension ist.
Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, ob ich sowas tatsächlich mal für die Schule machen musste. Ich kann mich nur an Buchvorstellungen (das wurde synonym zu Inhaltsangabe benutzt) und Szenenanalysen (oder vergleichbares) erinnern. Letztere sind zwar durchaus subjektiv geprägt, aber meine Meinung zum Buch war trotzdem irrelevant.
Nun aber kann und darf ich euch meine Meinung zu einem Buch präsentieren.

Ja klar. Ich hatte da auch gleich einen passenden Titel zur Hand. Mit Würgen zum Erfolg. Oder: So quatschen Sie jede Frau mürbe. (S. 238)

Cover_Rubinrot



Titel: Rubinrot
Autor: Kerstin Gier
Verlag: Arena Verlag GmbH, Würzburg, 2009
Seiten: 345
Preis: € 15,99 / € 12,99
ISBN: 978-3-401-06334-8

Klappentext

Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16-jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert.

Inhalt

Wie aus dem Klappentext ersichtlich, ist die Protagonistin die 16-jährige Gwendolyn und das Buch beginnt mit einem normalen Schultag. Ihr ist ein bisschen flau im Magen, nichts besonderes. Auch ihrer Cousine Charlotte geht es an diesem Tag nicht gut. Aber bei ihr ist das etwas anderes! Denn sie ist die Gen-Trägerin, die durch die Zeit springen kann, und ein Achterbahn fahrender Magen gepaart mit Kopfschmerzen sind eindeutige Anzeichen für einen nahenden Erstsprung.
Wie der Klappentext aber auch verrät, ist es doch nicht wie es scheint und es stellt sich heraus, dass eben nicht Charlotte, die ihr ganzes Leben lang auf ihre besondere Rolle vorbereitet wurde, die Gen-Trägerin ist, sondern die nichts-ahnende, in dieser Hinsicht völlig unbedarfte Gwendolyn.
Große Empörung bei Charlotte und ihrer Mutter, große Furcht und Skepsis bei Gwendloyns Mutter, große Geheimniskrämerei und Abenteuer für Gwendolyn. Und anscheinend auch noch die große Liebe, auch wenn ihr ihr Zwangspartner Gideon zunächst gar nicht gefällt.

Ich hatte zwar keine Ahnung, wie ich mit der Waffe umzugehen hatte, aber das Ding war scharf und spitz, so viel stand fest. (S. 260)

Meine Meinung

Okay, ich werde mich jetzt nicht über den unmöglichen Umgang mit der Zeitreise-Thematik auslassen. Darüber sollte man beim Lesen wirklich nicht nachdenken.
Stattdessen freue ich mich über eine, bis jetzt, durchaus sympathische Protagonistin, mit der ich mich nicht unbedingt identifizieren, aber mich doch gut in sie hineinversetzen konnte. Sie ist glaubwürdig, um nicht zu sagen authentisch. Wirklich Tiefgang hat Gwendolyn zwar nicht (ebenso wenig wie der Rest der auftretenden Personen), aber für dieses Buch ist das okay und hat mich nicht so sehr gestört. Allerdings bin ich auch nicht mit der Erwartung an das Buch gegangen, vielschichtige, tiefgründige Charaktere präsentiert zu bekommen.
Die Ich-Perspektive ist durchaus passend gewählt, auch wenn die Autorin die damit verbundenen Möglichkeiten der Charakterzeichnung nicht ausschöpft.
Angesichts der Zielgruppe bin ich aber bereit zu sagen, dass das okay ist.
Die sich andeutende Liebesbeziehung ist mir, nicht nur Dank der Erwähnung auf dem Klappentext, viel zu offensichtlich. Ich bin zwar auch daran interessiert, wie es mit den beiden weiter geht, aber es hätte wirklich subtiler sein können. Es wäre schön, wenn nicht beim ersten männlichen Charakter, der eine Unterhaltung mit der Protagonisten führt, klar wäre, dass er die Love Interest ist.
Ich bin mir noch nicht hundertprozentig sicher, ob ich es tatsächlich spannend erzählt oder nervig finde, dass man im Endeffekt nach dem ersten Buch noch gar nichts weiß. Es gibt einen Haufen Andeutungen, aber nichts genaueres. Selbstverständlich will die Autorin nicht schon ihr ganzes Pulver verschießen, aber so bleibt inhaltlich für mich leider nicht viel vom ersten Buch übrig.

So viel gutes Aussehen verschwendet. Es war ein Jammer. (S. 177)

Alles in allem finde ich das Buch gut und die Abstriche, die ich mache, rühren hauptsächlich daher, dass mann zu sehr merkt, dass das Buch nicht für eine Leserschaft durch alle Zeiten geschrieben ist.
Meine Bewertung ist daher

2_Sterne

Habt ihr das Buch auch gelesen? Wie hat es euch gefallen?

Yours, Aly <3

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