Mut zum Skizzenbuch

Skizzenbuch2Entgegen des Titels soll es nicht um das Buch gehen; ich habe mir den Titel nur geborgt.
Aber dennoch möchte ich euch Mut zum Skizzenbuch machen. Und das sogar ohne, dass ihr €30,- dafür bezahlen müsst (wobei ich nicht bezweifle, dass das Buch rein materiell sein Geld wert sein dürfte).
Warum eigentlich ein Skizzenbuch?
Warum nicht nur lose Blätter oder ein Zeichenblock?


Natürlich gibt es die rein praktische Sichtweise, dass man nicht mehr so viele einzelne Blätter herumfliegen hat und, sofern man ein Hardcoverbuch hat, auch keine Unterlage mehr braucht.
Ich zeichne und male schon, so lange ich zurückdenken kann, habe aber trotzdem nie ernsthaft ein Skizzenbuch geführt und meist nur Zeichenblöcke oder Kopierpapier bemalt. Das ist an und für sich nicht schlecht. Okay, die Blätter kriegen manchmal Eselsohren, weil man sie nicht dazu bewegen kann, sich ordentlich im Schreibblock aufzuhalten, reißen ein oder fallen vom Tisch. Oder man findet im Blätterwald, der sich auf Fußboden und Sofa ausgebreitet hat, einfach nicht mehr die eine Zeichnung, an der man gerade arbeiten wollte. Aber hey! Ein Genie überblickt und beherrscht das Chaos, oder?
Das alles ist halb so wild. Was ich weit tragischer finde: Man lässt sich eher dazu verleiten, Bilder, die einem nicht gefallen, wegzuschmeißen. Ob Zeichenblock oder loses Kopierpapier – schnell hat man das Blatt, auf dem einem etwas nicht so gelingen wollte, wie man es sich erträumt hat, zusammengeknüllt und in den Papierkorb verfrachtet.
Malt man in einem Skizzenbuch, überlegt man sich das dreimal und versucht wohl eher das beste daraus zu machen. Wer weiß, welch tolle Bilder durch Zusammenknüllen schon im Keim erstickt wurden. Und selbst, wenn man dann die misslungene Idee doch nicht fertig stellt, so hat man doch immer noch ein Bild, an dem man analysieren kann, was schief gelaufen ist und was man noch ein bisschen üben muss (in meinem Fall: Hände und Füße). Und auf der nächsten Seite übt man dann.
Ich habe jetzt mein allererstes Skizzenbuch vollgemalt. Fast ein ganzes Jahr hat es gedauert und ich liebe jede einzelne Seite. Sogar die, die wirklich nur skizzenhaft sind (ich gebe zu, dass ich nicht sehr viel im engeren Sinn skizziere, sondern meist „richtige“ Bilder zu Papier bringe). Die ganze Zeit über war das Buch mein treuer Begleiter und fast immer mit dabei. Es ist kein ausgefallenes Skizzenbuch aus dem Bastelladen, sondern ein einfaches Hardcoverbuch von Clairefontaine, das sich sowohl mit Copics als auch mit Wasserfarbe ganz gut verträgt (für perfekte Ergebnisse sollte man aber in jedem Fall entsprechendes Spezialpapier verwenden). Aber da muss jeder selber sehen, was ihm gefällt.
Das Jahr mit meinem Skizzenbuch war toll. Es ist ein befriedigendes Gefühl, es durchzublättern und sagen zu können: Das hab ich gemacht. Alle diese Bilder sind von mir.
Es ist wie eine kleine Zeitreise, denn die meisten Bilder entstanden in einem Kontext und es ist schön, sich das so nochmal vor Augen zu führen und an die kleinen Geschichten dahinter zu denken. Es ist also auch bisschen wie ein Tagebuch.
Die meisten Bilder aus meinem Bildertagebuch kennt ihr schon. Heute zeige ich euch auch mal die unfertigen Skizzenseiten (und ein paar wilde Bilder aus der ersten Uniwoche, in der immer so viel organisatorisches am Anfang einer Veranstaltung ist, dass ich einfach nicht anders kann, als ein bisschen zu kritzeln).

Neue Stifte und erste Uni-Woche
(leider kommen die Neonfarben nicht so toll rüber, die hat der Scanner gefressen)

Skizzenartig

Habt ihr auch ein Skizzenbuch? (Zeigen! Zeigen!)
Überlegt ihr, eines anzufangen? (Machen! Machen!)
Auf mich wartet jetzt, neben meinem Aquarell-Skizzenbuch, wieder ein neues, jungfräuliches Skizzenbuch. Und wisst ihr was? Ich freu mich drauf.
Yours, Aly <3

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