LBM’14 – Lysis

Zwei Tage der Buchmesse waren nun rum, zwei standen noch bevor. Ausreichend Zeit für den dritten und letzten Akt meines kleinen, persönlichen Buchmesse-Dramas. Immerhin sind aller guten Dinge drei und für die Kürze der Zeit ist es angemessen.
Wie der Titel schon verrät, endete die Buchmesse für mich nicht in einer Katastrophe. Ja, solche Dramen gibt es auch! Nicht nur das, Lysis ist auch ein viel schöneres Wort als Katastrophe.


Ursprünglich war geplant. am Samstag im Kostüm auf die Buchmesse zu gehen. Glücklicherweise habe ich mich dagegen entschieden.
Das Wetter schlug passend zu meiner Stimmung um und Samstag fiel immer mal wieder reichlich Regen aus großen, grauen Wolken. Das hätte sich nicht gut mit meinen weißen Stiefeln und den Stulpen vertragen.
So entschied ich dann, da ich meine Eintrittskarte ja schon gekauft hatte, erst am Sonntag über die Messe zu flanieren.
Den so freigewordenen Samstag nutzte ich für den Besuch einer Lesung im Mathematik-Hörsaal (den gibt es zwar an der Uni nicht, aber als Mathematik-Studentin weiß Frau natürlich, dass es sich dabei um den Felix-Klein-Hörsaal handeln muss). Mein Leipzig lob ich mir … Goethe als Student in Leipzig, eine musikalische Lesung in historischen Kostümen auf der Grundlage des Buches Leipzig mit Goethes Augen von Bernd Weinkauf (kann hier beim Sax-Verlag käuflich erworben werden). Im prall gefüllten Hörsaal trug ich eindeutig zur Senkung des Altersdurchschnitts bei. Passenderweise landete ich neben einer sehr sympathischen Hobbyschneiderin, mit der ich sehr nette Worte vor und nach der Veranstaltung gewechselt habe. Nicht nur die Gesellschaft war sehr schön, auch die Lesung selbst. Ich bin mir zwar immer noch nicht so richtig sicher, ob ich den jungen Herren, der für das Publikum in de Rolle des Wortmeisters Goethe schlüpfte, grandios oder furchtbar fand, aber alles in allem eine sehr stimmige und tolle Lesung.
Insgesamt war ich dann befriedet und begann langsam, mich auf den bevorstehenden Buchmessebesuch zu freuen.
Sonntag war es dann soweit und eins sei gesagt: Ich glaube, ich möchte ab jetzt immer sonntags auf die Messe.
Ich hatte einen sehr schönen und entspannten Besuch. Zwar waren viele Leute da, aber es war nicht überfüllt. Man könnte tatsächlich ohne Beklemmungen an den Ständen der Verlage stöbern und sogar in Ruhe ein paar Zeilen in einem Buch lesen ( Horray for Saša Stanišić, mit Vor dem Fest Gewinner des diesjährigen Buchmessepreises).
Zwei Lesungen habe ich besucht.
Die erste, weil Udo Schenk dort gelesen hat und ich seine Stimme unheimlich gut finde. Das Buch erwies sich trotz der tollen Stimme als etwas, das ich wahrscheinlich nicht im Ganzen lesen würde.
Die zweite, weil das Cover des Buches interessant aussah und Klett-Cotta im Bereich Fantasy zumindest auf nicht allzu großen Schrott hoffen lässt. Der Thron von Melengar klang sehr vielversprechend und ich würde sofort das Hörbuch kaufen, wenn es ungekürzt von Christian von Aster gelesen wird. Selbiger gab auf der Buchmesse nämlich einen Einblick in den Auftakt einer neuen Fantasy-Trilogie (und signierte im Anschluss auch gleich noch das Buch, auch wenn es nicht aus seiner Feder stammte). Ja. Wieder eine Trilogie. Warum ist das nur so weit verbreitet im Fantasy-Bereich? Weil die Autoren da akribisch ihre Welt entwickeln und die dann nicht nur in einem Buch verwenden wollen!, sagte mir mein Freund auf diese Frage. Verstehe ich. Aber man könnte doch auch viele, in sich abgeschlossene Bücher in dieser Welt schreiben. Naja. Mal sehen, ob ich das erste Buch trotzdem kaufe. Es klang schon sehr toll.
Und nun zum besten der Buchmesse:
Die separate Halle für Cosplayer und das ganze Brimborium. Eine wahre Erlösung. Endlich hatte man Platz. Okay, am Samstag sind die sich wahrscheinlich auch auf die Füße getreten, aber am Sonntag war es wundervoll. In Ruhe konnte ich mir alle fanmade-Stände angucken, Schwätzchen halten, Sachen ausprobieren und mich wohl fühlen.
Mein absolutes Highlight war die kleine, aber feine Sailor-Moon-Ausstellung. Bilder sagen ja bekanntlich mehr als 1000 Worte und deshalb schaut euch einfach die (wenn auch etwas schlechten) Fotos an und stellt euch vor, wie ich mit riesengroßen Augen in Erinnerungen an meine Kindheit schwelge.

Ich geb zu, ich hätte gerne den ganzen Kram (alle Zepter und Broschen und so), auch wenn ich keinen Platz dafür hätte.

Alles in allem kam die Buchmesse für mich also zu einem versöhnlichen Ende. Auch, wenn ich mein Kostüm nicht getragen habe. Aber auch das bereue ich nicht im Mindesten. Ist doch einfach bequemer in normalen Sachen. Fotos von mir im Kostüm gibt es aber irgendwann noch. Versprochen.
Noch ein paar letzte Impressionen von der Buchmesse 2014

Und nun wird es Zeit, das schöne Wetter am heutigen Frühlingsanfang zu genießen.
Husch, husch! raus mit euch in die Sonne!

Yours, Aly <3 P.S. Ich habe ein neues Wort auf der Buchmesse gelernt, dass zu mir passt: Buchstabentourette. Habe ich auch manchmal. In diesem Sinne: Viel Spaß mit meinen Rechtschreibfehlern xD

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