LBM’14 – Peripetie

Wie gesagt, ein gutes Drama braucht mehr Zeit. Und jedes gute Drama hat mehr als nur einen Akt. Ja, braucht sie sogar. Klassischerweise 5. Aber so viel Zeit war dann doch nicht mehr.


Nachdem nun also die Probestücke grob fertig waren, ging es langsam ans Eingemachte.
Aber der Vollständigkeit halber sei noch das zweite Probestück für mein Cape erwähnt (mit selbstgemachtem Schnitt!). Da ich es für wollige Wärme um die Schultern füttern wollte und mir nicht sicher war, wie sich die Nähte an den Schultern mit dem Volumenvlies vertragen würden, habe ich dafür noch eine andere Variante probiert. Capeschnitt super, aber mit Volumenvlies stand es in alle Richtungen ab. Grausig. Mit einer Polarfleece-Decke als Futter wurde es auch nicht besser. Also Adieu schönes, warm gefüttertes Cape.
Wenigstens ging das Nähendes richtigen Kostüms ohne Zwischenfälle. Ich habe es tatsächlich geschafft, die komplette Zeit über geistig anwesend zu sein, nichts falsch zusammenzustecken, irgendwo was faltig zu legen oder sonst etwas.
Alles super.
Und das fertige Kostüm. Die Farben, der Schnitt, alles – perfekt. Das Cape am Ende sogar mit Kapuze.
Nicht einmal das Zottelfell, vor dem ich mich schon fast gefürchtet hatte, war zickig und ließ sich ohne Anstalten verarbeiten.
Trotzdem ging während des Arbeitens etwas schief. Und ich rede jetzt nicht von den selbstgemachten Edelsteinfassungen, die am Ende nicht passten. Wobei „schief gehen“ nicht ganz der richtige Ausdruck ist. Es ging eher etwas verloren. Etwas sehr wichtiges:
Meine Lust auf die Buchmesse.
Abgeschnitten und im Müll verschwunden mit überstehenden Fadenenden. Ausradiert mit falschen Kreidelinien. Hinfort gefegt mit weißen, fluffigen Flusen auf dem Fußboden.
Nicht nur, dass ich das Kostüm nicht mehr zur Buchmesse tragen wollte, ich wollte überhaupt nicht mehr hin.
Wozu auch? Bücher kann ich mir in einem Buchladen angucken. Und der wäre nicht so elendig überfüllt. Und kostet keinen Eintritt. Und ist besser zu erreichen.
Auf Cosplayer hatte ich dann noch weniger Lust als auf Bücher. Dicke Mädchen in viel zu engen und zu kurzen Kostümen. Das muss sich doch kein Mensch antun. Und nein – während einer solchen Negativphase denkt man dann nicht an die vielen wunderschönen Kostüme und die vielen netten Menschen in diesen Kostümen.
So kam dann schließlich die Buchmesse. Den Höhepunkt des Dramas überschritten, steuern wir in rasendem Tempo dem Ende entgegen. Wir alle wissen, was das heißt. Und auch wenn das klassische Drama nur die Zeit von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang in Anspruch nimmt, nehmen wir uns noch etwas mehr Zeit. Ein bisschen haben wir ja noch.

Yours, Aly <3 ----------------------- Nachtrag (20. 03. 2014) Das gestern das (Tages-)Licht so hässlich (bzw. bei mir in der Wohnung nicht vorhanden) war, gibt es erst heute Fotos vom fertigen Kostüm. Meine Kamera ist einfach nur bei Sonnenlicht in der Lage gute Fotos zu machen xD Der Stab wartet noch auf Fertigstellung. [gallery ids="2264,2265,2266,2267,2269,2268,2261,2262,2263"]

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