Advent, Advent, im Häkeltrend

Oh weh, ich verfalle in alte Muster. Aber ihr kennt das sicherlich alle: In den Wochen vor Weihnachten fragt man sich permanent, wer an der Uhr gedreht hat und warum der Tag schon wieder vorbei ist, wo man doch noch so viel zu tun hat. Alles nicht so einfach. Die Dezemberwochenenden sind sowieso immer komplett ausgebucht und unter der Woche sieht es auch nie besser aus. Die Diskrepanz zwischen „Was ich gerne machen möchte“ und „Was ich machen muss“ ist wohl zu keiner Zeit des Jahres so groß wie in der Adventszeit. Zumindest geht mir das immer so.
Ich entdecke jedes Jahr vor Weihnachten wieder meine absolute Liebe zur entspannenden Handarbeit und zum Basteln. Hätte ich nicht noch tausend andere Ideen (und wären mir meine Fingerkuppen nicht wichtig), ich hätte die ganze Wohnung voller Bascetta-/Aurelio-Sterne. Ich liebe es, sie zu falten und zusammenzustecken. Hat etwas sehr meditatives. Dieses Jahr habe ich einen großen gemacht, mit 21 x 21 cm großen Quadraten. Ich habe zwar noch keine Ahnung, wie ich den nach Weihnachten verstauen soll, aber egal. Zur Not hänge ich ihn irgendwo in eine Ecke und er muss das ganze Jahr dort bleiben.
Dazu habe ich dieses Jahr auch wieder gestrickt (eine wundertolle Mütze mit Zopfmuster für eine Freundin) und die Lust am Häkeln wiederentdeckt. Ich kann mich immer noch nicht so recht entscheiden, ob ich Stricken oder Häkeln besser finde. Für Anziehsachen finde ich ja Stricken schöner, aber Häkeln ist so viel einfacher und vor allem schneller. Schwierig, schwierig.
Jedenfalls habe ich fleißig Geschenke gehäkelt und da meine Mädels diese gestern bekommen haben, kann ich euch auch Fotos davon zeigen.
Zunächst das wunderschöne und sehr einfache Häkelbonbon von Twinkie Chan. (Wer sich mal im Häkel versuchen will, das ist das ultimative Anfängerstück!) An einem der Adventswochenenden twitterte sie ein Bild davon mit dem Text, dass man am Wochenende im Häkelkurs lernen könne, wie man das Bonbon macht. Ich saß vollends deprimiert vor dem Computer, weil ich es auch gerne gewusst hätte, aber kaum mal eben so zu ihrem Häkelkurs in die Staaten fliegen konnte. Am darauffolgenden Montag postete sie jedoch die Anleitung auf ihrem Blog. Ich war begeistert. Und noch begeisterter, als ich sah, wie simpel die Herstellung des Bonbons ist. Es sieht so raffiniert aus. Dabei ist es nur ein zusammengenähtes Rechteck mit einer Styroporkugel drin. Kurzerhand entschied ich, dass eine meiner Freundinnen ein Paar gehäkelte Bonbon-Ohrringe zu Weihnachten bekommen würde (sie steht auf fancy Ohrschmuck). Für eine andere Freundin hatte ich eine Badekugel bei Lush gekauft, welche dann auch eine Häkelverpackung bekam und zum Bonbon umdesignt wurde.
Eine andere Freundin hatte vor einiger Zeit einen lieben Wunsch geäußert mit dem Hinweis, dass ich die Umsetzung frei interpretieren dürfe. Für mich stand sofort fest, dass es ein Häkelfigürchen werden würde. Zunächst wollte ich einen Teddy machen, da sie Teddys mag. Irgendwie erschien mir das dann aber zu … naja, eben schon zu oft dagewesen. Bei der Suche nach Häkelanleitungen stolperte ich über diese niedliche Cthulhu-Anleitung. Da war die Sache entschieden. Einer der Großen Alten als Wegbegleiter – was sollte da noch schief gehen? Gestern im Zug auf der Heimfahrt habe ich angefangen und den kleinen Fratz in den knapp drei Stunden zu 75% fertig stellen können (ich hätte auch noch weiter häkeln können, aber der Kopf musste dann erstmal ausgestopft werden und meine Füllwatte lag irgendwo unerreichbar im Koffer). Wie man sieht, der kleine Cthulhu geht einem recht fix von der Hand. Und das Ergebnis ist einfach bezaubernd. Eigentlich wollte ich ihn gar nicht hergeben. Aber das sind doch immer die schönsten Geschenke, oder?

Da noch nicht alle Geschenke fertig sind, verkriecht sich Weihnachtselfin Alyceen wieder hinter ihre Werkbank in der Elfenwerkstatt, wo sie freudig weiter werkelt.

Yours, Aly <3

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