Lesen in der Schule

Immer mal wieder denke ich an die Bücher zurück, die ich in der Schule lesen musste.
Gerade jetzt, wo ich Christiane F. wieder ausgegraben habe, denke ich noch etwas mehr als sonst darüber nach.
Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, dass die Hälfte antiquiertes Klassikerzeug war, das wohl jedem Schüler den Spaß am Lesen nehmen könnte, wenn es so gehandhabt wird, wie das bei mir der Fall war. Ich habe nichts gegen Klassiker – ich finde schon, dass es sich gehört, mal etwas von Goethe gelesen zu haben. Zumal auf dem Gymnasium. Das zugrunde liegende Thema ist ja jeweils auch oft noch halbwegs aktuell.
Mit Gedichten war es noch schlimmer. Die wurden alle zu Tode analysiert. Warum weiß dabei keiner so genau. Stand halt so im Lehrplan.
Ob die Schüler tatsächlich verstanden hatten, worum es ging, war erstmal egal. Hauptsache, es kam am Ende eine Analyse heraus, die umfangreich genug war, um sie nicht mit einer Fünf bewerten zu müssen und Hauptsache, die Schüler hatten irgendwie eingeflochten, was sie als Hintergrundinformation gelernt hatten. So hangelte man sich dann von Alliteration zu Alliteration und von Metapher zu Metapher und betete daher, was man an Theoriewissen dazu hervorkramen konnte. Lief bei so ziemlich allen Stilfiguren darauf hinaus, dass man sagte: Der Autor macht das, um seine Aussage zu verstärken. Ganz selten hatte man vielleicht auch mal einen kreativen Moment und ging etwas über den reinen Text hinaus, zeigte tatsächlich Interpretationsansätze. Und wenn man Heine nicht ironisch fand, bekam man eine Vier (ja, das wurmt mich immer noch – kann ich doch nix, dafür, dass ich eine andere Auffassung hatte). Sinnlos ist es insofern, als dass nur die Autoren selber uns sagen könnten, was genau sie mit ihren Zeilen meinten. In neun von zehn Fällen sind die Dichter tot und Humus. Wir können sie also nicht mehr fragen und müssen uns bei unserer Interpretation der allgemeinen Meinung beugen.
Aber genug dazu, denn eigentlich ging es mir mehr um die Bücher, die wir lesen mussten.
Ich weiß nicht, ob sich das mittlerweile geändert hat, aber nach der Grundschule war es irgendwie nur noch deprimierendes Zeug.
In der Grundschule haben wir Robinson Crusoe und Ede und Unku gelesen. An zweiteres kann ich mich nur noch dunkel erinnern, aber ich glaube es war eine recht niedliche Geschichte. Robinson mag vielleicht schiffbrüchig gewesen sein, aber er führte doch dann ein sehr schönes Leben auf seiner Insel. Es war spannend und eigentlich nicht deprimierend.
Auf dem Gymnasium änderte sich das dann.
Los ging es – wenn ich mich recht entsinne – mit Die Wolke. Super-GAU in deutschem Atomkraftwerk, Chaos überall. Eltern der Hauptperson tot, der kleine Bruder stirbt vor ihren Augen und sie muss ihn begraben (oder zumindest in ein Rapsfeld tragen), sie selbst überlebt zwar, ist allerdings verstrahlt und auf sich gestellt. Genau, dass was man mit 12, 13 Jahren lesen will.
Die richtige Diskussion über die Inhalte blieb natürlich bei dem eng gestrickten Lehrplan irgendwo auf der Strecke.
Das nächste Buch, an das ich mich erinnern kann, war Christian F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo. Was dahinter stand, war natürlich klar. Wir lasen es in dem Alter, in dem Christiane bereits heroinsüchtig war und auf den Strich ging. Abschreckung und Aufklärung war wohl das Gebot der Stunde. Aber auch hier letztlich nur oberflächliches Gefasel. Dass ich das Buch regelmäßig wieder gelesen habe, zeugt jedoch davon, dass ich es gut fand und finde.
Die Reihenfolge der Bücher, die dann kamen, weiß ich nicht mehr. Nur noch so ungefähr, was in der Sekundarstufe I und was in der Sekundarstufe II dran war.
Höhepunkt in Sekundarstufe I war wohl Im Westen nichts Neues. Das Buch habe ich weitestgehend verdrängt. Ich finde wahrlich nicht, dass es Not tut, Kindern sowas aufzuzwingen. Krieg ist furchtbar, aber mit 14 hat es mir gereicht, im Geschichtsunterricht über die Erfindung der humanen Tötung durch die Guillotine zu erfahren. Ich brauchte nicht noch Paul Bäumer. Am wenigsten brauchte ich die Verfilmung dazu.
Der Schimmelreiter war auch wenig besser.
Nathan der Weise war vielleicht nicht deprimierend, aber ich fand ihn mit seiner Ringparabel nervtötend. Zumal ich kaum glaube, dass man ohne in anderen Fächern etwas über Religionskonflikte gehört zu haben, den Sinn verstanden hat (und ja, ich musste das jetzt googlen).
Schiller mochte ich eh noch nie so wirklich, es wird also niemanden überraschen, dass mir Die Räuber und Kabale und Liebe nicht mal gefallen haben. Mal abgesehen davon, waren am Ende alle tot. Was soll das denn? Blöde Dramen.
Wahrscheinlich habe ich jetzt irgendwas dazwischen vergessen. Vielleicht verdrängt, dass ich doch Romeo und Julia lesen musste. Ich weiß es nicht.
Ach ja. Genau. Es gab da noch Unterm Birnbaum, ein kruder Kriminalroman. Ja, Mord und Totschlag ziehen sich durch die Schulliteratur wie nichts anderes. Und Die Welle war da natürlich auch noch. Das war toll, hatte ich es doch gerade freiwillig ein knappes Jahr vorher schon gelesen. War jetzt auch nicht wirklich erbauliche Literatur.
In der Sekundarstufe II wurde es nicht besser. Wenisgtens hatte Das Käthchen von Heilbronn ein positives Ende. Dazwischen war es gewöhnungsbedürftig.
Faust lass ich jetzt mal aus meinen Betrachtungen raus. Bei Goethe bin ich nicht objektiv genug.
Ob Der Vorleser nun positiv oder negativ ist, sei jedem selbst überlassen. Ich finde Verführung Minderjähriger und dann noch eine Nazivergangenheit einfach zu viel. Und deprimierend.
Effi Briest habe ich dann zumindest recht inbrünstig gelesen und gehofft, es plätschere nicht einfach nur so vor sich hin und sie trete mit einem großen Knall ab. Nicht nur, dass ich dahingehend enttäuscht wurde, nein. Das Buch war auch noch von vorne bis hinten deprimierend. Erzwungene Heirat, blöder Ehemann tötet den Geliebten im Duell und verstößt seine Frau, die irgendwann einsam an einer Lungenentzündung stirbt.
Das schärfste war dann wohl aber der Zeitpunkt, an dem wir uns mit moderner Literatur beschäftigt haben und ich Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot lesen durfte. Das mussten sich nicht alle aus meinem Kurs antun, da wurde nämlich verteilt und man musste das Buch, das einem aufgehalst wurde, vorstellen. Ich sage jetzt bewusste aufgehalst, weil das Buch für mich eine Zumutung war. Ich hab nichts dagegen, wenn viele Leute in Büchern vorkommen. Ich hab nichts dagegen, wenn die alle irgendwie miteinander zu tun haben. Ich hab auch nichts dagegen, wenn am Ende alle tot sind – das bin aus meiner Schullaufbahn ja mittlerweile gewöhnt. Aber das war echt der Hammer. Moderne Literatur ist etwa so wie moderne Kunst. Für mich meist nicht fassbar.
Ich glaube, den Deutschunterricht habe ich damit so ziemlich abgedeckt.
Englisch war nicht viel besser. Ich kann mich an drei Bücher erinnern: Shirley Valentine, Brave New World und Of Mice and Men.
Das schlimmste davon war wohl letzteres. Ein so verdammt gutes Buch, aber wohl auch eines der deprimierendsten, das ich je in der Schule lesen musste. Und (zumindest in meiner Erinnerung) grandios mit Gary Sinise und John Malkovich in den Hauptrollen verfilmt.

Eigentlich ist es ein Wunder, dass mir die Schule das Lesen nicht ausgetrieben hat. Viele Bücher, wenig Zeit und richtig verdauen konnte man die Geschichten auch nie, geschweige denn richtig nachbesprechen. Schließlich lauerte da schon die nächste tragische Story, die man den Schülern vorsetzen musste.

Ich möchte nochmal deutlich machen, dass ich trotz meiner jetzt vielleicht negativ wirkenden Meinung, die meisten Bücher gut fand und auch im Regal stehen habe. Ich finde es lediglich jetzt, mit genügend Abstand zur Schulzeit, so extrem auffällig, dass wir kaum schöne Bücher gelesen haben. Dass eben viele Bücher am Ende einen Leichenberg liegen hatten. Das ist mir in der Schulzeit selbst nie bewusst aufgefallen. Aber da hatte man auch keine Zeit, richtig über das nachzudenken, was einem da vorgesetzt wurde (Lust wahrscheinlich auch nicht). Ich persönlich finde im Nachhinein (und auch weil ich Lehrerin werde und mir Gedanken mache, wie Schule für Schüler schöner werden könnte), dass man sich von den strengen Vorgaben lösen sollte und es den Schülern freier stellen sollte, was sie lesen. Immerhin sollte es Ziel sein, dass die Schüler Spaß daran haben. Und es findet sich wohl zu jeder Thematik, die behandelt werden soll, auch etwas, das den Schülern gefällt. Dann liest eben nicht jeder dasselbe Buch, aber was macht das denn? Analysieren üben und Meinungsbildung fördern kann man an jedem Buch.

Yours, Aly <3

Random Thoughts #5

Als erstes: Es gibt neues auf meiner Genähtes-Seite

Zunächst mal ein bisschen Beauty-Babbel.
Essence hat im Moment ja wieder seine alljährliche 95-Cent-Sortimentswechsel-Aktion. Schwache Seele, wie ich nunmal bin, konnte ich natürlich nicht dran vorbei.
Meine Ausbeute:
95-Cent Ausbeute
(Foto © Markus Unger)

  • Lidschatten: Nr. 30 happy hour (metallic effect), Nr. 45 back to khaki (metallic effect), Nr. 59 copper island (shimmer effect)
  • nail colour³: 05 boys are back in town/it’s just a little crush, 02 shopping trip to soho/party all night long
  • soufflé touch blush 020 frozen strawberry
  • my base skin perfection make-up base

Heute kamen noch nail colour³ 04 a walk in the park/stop for an ice cream und der stay all day longlasting eyeshadow 09 for fairies dazu.
Die nail colour³ gefallen mit sehr gut, besonders die 05. Genauso der stay all day. Wunderschöne Farbe, wirklich fairielike. Der Soufflé-Blush hat mir noch nicht so zugesagt. Ich habe ihn auch hauptsächlich gekauft, weil ich schon oft überlegt habe, mal einen mitzunehmen, sie mir aber immer zu teuer waren. und bei €0,95 kann man nicht meckern. Da kann man es ja mal probieren. Genauso die Base, die ich noch nicht probiert hab. Aber ich glaube, die wandert in die Tonne. Auf dem Handrücken sah sie zumindest sehr eigenartig aus.
Kein Fehlkauf dürfte hingegen meine Skin79 BB Cream gewesen sein.

(Foto © Markus Unger)
Ich habe ja schon längere Zeit überlegt, eine „richtige“ BB Cream zu kaufen. Ist ja megamäßig gehypt und verspricht wahre Wunder.
Nun, ich suche für die LBM noch nach dem perfekten Make Up. Ich mag zwar mein Catrice Infinite Matt (hab ich das richtig gesehen? das geht aus dem Sortiment? ich habe das doch grad erst für mich entdeckt *kreisch*), aber irgendwie … naja. Ich probiere eben noch.
Bei ebay gibt es ja hauptsächlich die koreanischen Anbieter. Nicht, dass ich denen nicht vertraue – ich bestelle gerne in Ostasien und habe auch noch keine schlechten Erfahrungen damit. Jedoch wollte ich die Creme möglichst schnell haben und da kommen zwei bis vier Wochen Wartezeit ungelegen. Also habe ich spaßeshalber bei Amazon geschaut, wurde fündig und da ich noch Guthaben auf meinem Gutscheinkonto hatte, habe ich die Travel Size der Hot Pink BB Cream von Skin79 bestellt. Nach zwei Tagen war sie da und ich bin bis jetzt sehr zufrieden. Angenehmes Hautgefühl, mattiert recht lange, Farbe ist perfekt, dunkelt nicht nach, Poren fallen tatsächlich weniger auf. Werde wohl also irgendwann eine fullsize Packung in Korea bestellen.
Und das letzte zum Beauty-Babbel: Mein Freund ist ja schon süß, wenn es um mein Make Up geht (das süßeste ist immer, wenn er verdutzt guckt und fragt: „Du bist geschminkt?“, wenn ich sage, dass ich mich abschminken gehe). Wenn ich mal Muße hatte, mich auffällig zu schminken, weiß ich gerne, ob ihm der eine oder andere Look gefällt und frag ihn dann immer. Beim letzten Mal bekam ich folgende Antwort: „Äh … Erinnert mich irgendwie an Tim Burton.“. Ja, war so ’n bissel düster mit schwarz. Ich habe das mal als Kompliment aufgefasst, weil ich bei Tim Burton an Helena Bonham Carter denken muss und die toll finde.

Ich habe vergangene Woche das erste Mal Amazon Trade-In benutzt. Tolle Sache das. Man wird nicht den ganzen alten Krempel los, aber immerhin einiges. Und als Student bekommt man sogar noch 20% mehr. Der Gutschein kam diese Woche. Manchmal ist es doch toll, Student zu sein. Und so war es mir dann auch (fast) egal, dass A Dance with Dragons (Kindle Edition) einen unverschämt hohen Preis hat. Mir ist wahrlich unverständlich, warum der fast dreimal so hoch ist, wie der der Taschenbuchausgabe. Da kann man sich das schonmal leisten.

Am 03. Februar gehen mein Freund und ich Bogenschießen. Ich bin schon voll gespannt drauf. Wir haben zum Geburtstag einen Gutschein für Einführungsstunden bekommen. Und seit ich Robin Hood geguckt hab (dieser neue mit Russell Crowe), bin ich noch gespannter. Quasi wie ein Flitzebogen xD

Und zum Abschluss der Random Thougths ein paar Bilder.
Ansichten eines Katers

Ansichten einer Nadel

Ansichten eines Sterns

Yours, Aly <3

Cosplay 2013 – Der Plan

Wie jedes Jahr rückt die Leipziger Buchmesse mit mehr oder weniger großen Schritten näher. Und auch dieses Jahr nehme ich dies zum Anlass, mal ein gewagteres Outfit, ein sog. Cosplay, zu nähen.
Eigentlich wollte ich dieses Jahr keins machen, aber dann sagte mein Freund ganz traurig: „Wie? Kein Cosplay dieses Jahr?“. Naja. Der eigentliche Grund, warum ich keins machen wollte, war ja auch nur, dass es irgendwie immer schweineteuer wird. Immer dieser ganze Kleinkram *seufz* In den vergangenen beiden Jahren hab ich jeweils eins gemacht und am Ende hatte ich immer mehr Geld ausgegeben, als ich anfangs geplant hatte.
Im ersten Jahr war das erste Paar Kontaktlinsen, das ich bestellt hat, nicht deckend genug, die ersten Reißverschlüsse sahen doch nicht so gut aus und eine Vario-Zange von Prym habe ich dann auch noch gekauft. Okay, die braucht man immer mal wieder und die Investition hat sich für mich mehr als gelohnt. Druckknöpfe nicht annähen zu müssen und Ösen nicht mit einem Hammer einschlagen müssen, ist schon eine feine Sache. Beides habe ich schon für Kleidungsstücke machen müssen und zumindest das Hämmern ist ein Scheißjob.
Letztes Jahr war der Teil, den ich genäht habe, gar nicht so teuer. Allerdings mein Zubehör, von dem ich möglichst wollte, dass es schön echt aussieht. So bin ich in den LARP-Zubehörladen der Stadt und habe eine horrende Summe für ein kleines Ledergürteltäschen, einen Gürtel und einen Lederbeutel bezahlt. Das Täschen habe ich tatsächlich auch nochmal anderweitig benutzt, der Rest liegt jetzt halt im Schrank. Aber wenn ich irgendwann mein Schurken-Kostüm mache, kommt es wieder zum Einsatz. Das Cosplay letztes Jahr war eh ’ne Katastrophe. Was bitte ist eine Zauberin ohne ihren Stab? Der hat es nicht durch die Waffenkontrolle geschafft. Meinen Dolch hatte ich vorsorglich gleich zu Hause vergessen und so war ich ziemlich nackig und nur mit Zauberbuch bewaffnet. Und dabei hatte ich extra einen Miniraben als meinen Familiar gekauft und liebevoll auf meinen Stab gebastelt. Ordentliche Fotos mit allem an Zubehör habe ich auch noch nicht. Aber vielleicht schaffen mein Freund und ich das ja noch.
In keinem der beiden Jahre hatte ich sowas wie eine Perücke. Dieses Jahr habe ich gleich zwei gekauft. Die, die ich zuerst bestellt hab, hat mir zwar sehr gut gefallen, aber irgendwie war ich mir nicht sicher, ob sie tatsächlich so gut zu meinem Cosplaywunsch passt. Also habe ich noch eine gekauft und für beide zusammen wohl in etwa so viel bezahlt, wie für mein erstes Cosplay insgesamt (zumindest wenn man wenigstens Fehlkäufe und Variozange abzieht). Gott sei Dank war grad Weihnachten, ansonsten hätte ich das nicht machen können. Und da ich den Stoff vergleichsweise günstig einkaufe, geht das. Aber eins nach dem anderen.
Ich habe also überlegt, was ich dieses Jahr machen könnte. Meine imaginäre Liste ist lang; gefüllt mit so ziemlich allen weiblichen Haupt- und Nebencharakteren meiner liebsten RPGs. Irgendwo im Hinterkopf geisterte noch eine andere Idee umher, die ich hatte, seit ich diesen speziellen Charakter in diesem spezielle Outfit das erste Mal gesehen hatte.
Ich machte im Kopf also schon mehr oder weniger bewusst eine Liste mit Dingen, die ich brauchen würde.

  • Perücke – kein Problem, bei ebay lässt sich sicher was passendes finden.
  • Stoff – noch weniger ein Problem, Baumwolle reicht auf jeden Fall und die nötigen Farben gibt es sicher bei Buttinette.
  • Strumpfhose – müsste ich noch eine passende liegen haben, ansonsten ebay.
  • Schuhe – ja … das könnte sich als Problem erweisen.

Völlig arglos blätterte ich an einem dieser Tage den neune Bon-Prix-Katalog durch. Und man glaube es nicht. Die perfekten Schuhe schauten mich von einer Seite aus an. Unterbewusst war die Entscheidung für das Cosplay genau in dem Moment gefallen. Also begab ich mich auf die Suche nach den anderen Sachen.
Perücke ist so eine Sache. Dieses Cosplay würde nicht ohne gehen. Niemals. Erstens, weil ich meinen Haaren nicht zumuten will, auf diese Farbe zu färben und zweitens, weil ich einfach nicht genug Haar dafür habe. Die Perücken aus dem Faschingsbedarf, der jetzt überall zu haben ist, sind entweder von so minderer Qualität, dass einem das Geld weh tut, das man dafür ausgibt (und sei es auch noch so wenig) oder man kann sie nicht wirklich stylen. Mal abgesehen davon hatte ich auch noch nie eine passende Farbe gesehen. Die Perücken, die ich bis jetzt über ebay gekauft hatte, waren von schwankender Qualität. Und eigentlich wollte ich so wenig Kompromisse wie möglich eingehen. Immerhin will ich einen ganzen Tag damit rumlaufen. Da soll es bequem und hübsch sein. Irgendwann fiel mir der Cosplay-Shop wieder ein, bei dem ich regelmäßig die Perücken anschmachte. Dort wurde ich fündig. Und Circle Lenses gab es dort auch noch zu einem sehr guten Preis. Bestellt habe ich aber trotzdem noch nicht. Die bewusste Entscheidung war noch nicht gefallen.
Über zwei Tage habe ich immer mal wieder geschaut und überlegt. Dann kam auch noch der Faschingskatalog von Buttinette und rieb mir quasi den ganzen tollen Stoff, der so perfekt passen würde, unter die Nase. Ich hab nochmal im Cosplay-Shop und geguckt und noch eine andere Perücke gefunden, die mir auf Anhieb noch viel besser gefiel. Die hatte sogar schon Locken. Kostete aber auch mehr und das kollidierte mit meinem Plan, auch die Circle Lenses in dem Shop zu bestellen. Auf ebay habe ich dann aber günstigeren Ersatz gefunden und am selben Abend bestellt.
Ein paar Tage später habe ich den Plan endgültig besiegelt, indem ich die Perücke gekauft habe.
Eine Woche später, die Perücke und die Linsen waren da, habe ich die erste Perücke, die ich ausgeguckt hatte, auch noch bestellt. und damit wären wir wieder bei der oben schon beschriebenen Situation. Beim Stoff bin ich dadurch den Kompromiss eingegangen, statt Baumwolle Satin zu nehmen, da der nur halb so viel gekostet hat. Supersüße Knöpfe habe ich auch gefunden.
Dann kamen die Schuhe. Sie waren scheiße. Ich habe sie zurückgeschickt. Mal abgesehen davon, dass keins der beiden Paare ordentlich gepasst hat, sahen sie so blöd aus, dass ich sie auf keinen Fall behalten wollte. Das warf mich natürlich ein bisschen zurück. Noch habe ich keinen Ersatz finden können. Aber zur Not muss ich eben wieder weiße Schuhe einfärben.
Die Perücke braucht noch Locken, also brauchte ich noch Lockenwickler. In irgendeinem Anfall von Aufräumen habe ich meine Dauerwellenwickler in dem Glauben, sie nie wieder zu brauchen, nämlich weggeworfen. Naja. Sag niemals nie. Meine pinke Strumpfhose hat diesen Anfall unbeschadet überstanden und so muss ich die zumindest nicht neu kaufen.
Jetzt liegt das ganze Zeug auf zwei Kartons verteilt rum und ich will eigentlich schon anfangen, aber irgendwie kann ich das noch nicht reinen Gewissens tun. Immerhin muss ich erst noch Prüfungen schreiben.
So sieht das Ganze dann aus:

links: Stoffe und Garn, rechts: Perücken, Lockenwickler, Knöpfe, Haarbinder
Nur die Kontaktlinsen mache ich zwischendrin immer mal rein. Die sind nämlich genial. Ich liebe sie und hätte am liebsten noch ganz viele andere Farben <3 Auch, wenn es zugegebenermaßen auch ein bisschen gruselig aussieht. Aber die Farbe ist der Wahnsinn.
Und so schauen sie aus:

Und mal der Vergleich, wie die Vergrößerungswirkung der Linsen ist.

(beide Fotos © Markus Unger)

Jetzt hab ich so lange rumgefaselt und noch kein Wort darüber verloren, was genau ich eigentlich cosplayen will. Nur, dass Pink anscheinend eine zentrale Rolle spielt.
Das Rästel will ich mal, nett wie ich bin, noch lüften.


Ja. Pinkie Pie. Aber nicht richtig als Pony. Die Gijinka-Fassung quasi.
Und damit auch beide Perücken zum Einsatz kommen, plane ich schon an einem zweiten Cosplay für die diesjährige LBM.

Yours, Aly <3

Für alle, die es interessiert:
Perücken + Haarbinder: http://www.mycostumes.de/
Stoffe + Garn: http://fasching-de.buttinette.com/shop/start-DE-de-FA
Lockenwickler: Rossmann
Knöpfe (leider noch nirgends zu sehen): ebay

Was mich nervt

Ich wollte schon länger einen Beitrag darüber verfassen, bin aber irgendwie nie dazu gekommen.
Da sich nun heute gleich wieder drei Situationen begaben, in denen ich mir dachte: „Scheiße ey, das nervt!“, dachte ich, dass nun wohl der richtig Zeitpunkt wäre, diesen Beitrag in Angriff zu nehmen. Es ist natürlich keine erschöpfende Liste. Auch sind es keine weltbewegenden Dinge, eher Kleinigkeiten des Alltags, Dinge, die jedem von uns jeden Tag begegnen. Oder fast jeden.

Leute, die zu inkompetent oder faul sind, ihre Pappkartons platt zu machen.
Es ist doch wirklich nicht schwer. Und es kann sogar Spaß machen auf so eine Karton zu springen. Weiterer Vorteil: Die frisch geleerten Papiermülltonnen sind nicht sofort wieder voll. Die anderen Hausbewohner können auch noch Papier und Pappe hinein tun! Hooray! Es kostet nicht viel Zeit so einen Pappkarton platt zu drücken. Wenn man sich nicht gnadenlos dumm anstellt, tut es nicht mal weh. Und es schadet auch niemanden, wenn man das Zeug ein bisschen in die Tonne drückt. Ich mein, es ist nur Pappe, nicht der Biomüll.
Manchmal bin ich kurz davor einen gepfefferten Anschlag an unserem Schwarzen Brett zu machen und alle meine Nachbarn im Haus zu beschimpfen, weil es mich dermaßen ankotzt, dass sie zu faul sind, mal auf sowas zu achten (ich unterstelle jetzt einfach mal allen Parteien die nötige Intelligenz, diese einfache Handlung auszuführen). Ich habe tatsächlich oftmals das Gefühl, dass ich die einzige hier bin, die sich darum kümmert. Und jedes Mal rege ich mich erneut darüber auf, dass die Tonne schon wieder von riesigen Kartons verstopft ist, wenn ich meinen Papiermüll raus schaffe, obwohl die Tonne erst vor einem Tag geleert wurde.

Leute, die meinen die einzig existierenden Wesen auf der Welt zu sein.
Okay, das klingt etwas verwirrend. Aber lasst mich erklären.
Stellt euch folgende Situation vor: Ihr geht eine Treppe rauf, auf der zwei Personen ordentlich nebeneinander gehen können. Ihr seid allein. Euch kommen zwei nebeneinander gehende Personen entgegen. Keine davon macht Anstalten, sich auch nur einen Zentimeter aus dem Weg zu begeben.
Meine Schultern haben eine gewisse Breite, gegen die ich nichts machen kann. Ich habe also nicht so recht eine Möglichkeit, mich hier aus dem Weg zu begeben. Ich habe andererseits auch nicht wirklich ein Problem damit solchen Leuten besagte Schultern in den Oberkörper zu rammen. Diese Leute sehen das manchmal nicht so gelassen. Ist mir dann aber auch egal.
So oder so ähnlich hat das bestimmt schon jeder erlebt. Meine liebste Abwandlung davon: Schmaler Bürgersteig, auf dem man nicht mit dem Rad fahren darf (aufgrund der Büsche rechts und der Parkplätze links hat man selbst als einzelner Fußgänger gerade so genügend Platz). Radfahrer von hinten. Mal abgesehen von seinem ohnehin schon verkehrswidrigen Verhalten, will er auch noch ohne zu klingeln an mir vorbei. Und motzt mich dann voll, wenn ich keinen Platz mache. Was ich a) nicht kann, weil physikalisches Grundgesetz: wo ein Körper ist, kann kein anderer sein – wir erinnern uns an die Büsche und parkenden Autos – und ich b) dank fehlendem Klingelzeichen nicht einmal mitbekommen habe, dass der Bedarf besteht, Platz zu machen.
In eine ähnliche Kategorie fallen auch die rüstig-respektlosen Rentner, die der Ansicht sind, jeder jüngere Mensch müsse sofort springen, wenn sie in der Nähe sind. Und zwar mit der Begründung, dass sie selbst ja alt und die jungen Leute eben jung sind. Auch unter dieser Personengruppe neigen einige dazu, anzunehmen, dass ich Augen im Hinterkopf hätte. Oder einen sechsten Sinn für Rentner. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich blöd von der Seite (bzw. von hinten) angemacht werde, weil ich nicht sofort von meinem Sitzplatz aufgesprungen oder aus dem Weg gegangen bin, als besagtes Subjekt die Straßenbahn betreten hat. Ich bin dann erstmal irritiert, denn oft genug lese ich ein Buch oder höre Musik und bekomme schon nicht wirklich mit, was vor mir passiert. Geschweige denn hinter mir. Ich habe nicht das geringste Problem damit, einem älteren oder sitzplatzbedürftigen Mitmenschen meinen Sitzplatz zu überlassen. Ich mache das sogar ohne Aufforderung, wenn ich so jemanden einsteigen sehe und erst recht, wenn ich freundlich (oder zumindest angemessen) danach gefragt werde. Das ist doch immerhin nicht zu viel verlangt und dabei bricht sich auch keiner einen Zacken aus der Krone. Gott sei Dank habe ich bis jetzt immer noch mehr freundliche Rentner getroffen. Mit manchen habe ich sogar schon sehr nette 10-Minuten-Unterhaltungen gehabt, wie man sie mit einer fremden Person so eigentlich nicht erwartet.

Autofahrer, die meinen über der StVO zu stehen.
Ehrlich, das ist wohl das, was mich im Alltag am meisten aufregt. Zumal das etwas ist, das potentiell gefährlich ist. (Gleiches gilt übrigens auch für viele Radfahrer. Die sind meistens sogar noch schlimmer, weil sie schlechter zu sehen sind.)
Blinken kann doch wohl nicht so verdammt schwer sein, dass hier anscheinend jeder zweite Autofahrer der Meinung ist: „Kann ich nicht.“. Ein Mal habe ich an einer Kreuzung (ohne Ampel) schon fast unter einem Auto gelegen, weil der *pieps* am Steuer nicht geblinkt hat und ich dachte: „Gut, er fährt geradeaus, dann kann ich ja gehen.“. Falsch gedacht. Er fuhr rechts rum. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass der sich auch noch aufgeregt hat.
Ich habe auch aufgehört zu zählen, wie oft ich am Gerichtsweg wohl schon unter die Räder gekommen wäre, wenn ich mit meinem Fahrrad in dem Moment losfahren könnte, in dem meine Fahrradampel umschaltet. Fast immer gibt es einen Idioten (manchmal auch zwei oder drei), der noch bei Rot über seine Ampel fährt. Die Autofahrer und ich stehen nebeneinander an der selben Ampel. Es gibt eine für Geradeaus-Fahrer, eine für Rechtsabbieger und eine für Radfahrer auf ihrem Radweg. Folglich sehe ich also die Deppen auf der Rechtsabbiegerspur nicht, nur den ersten in der Reihe vorne an der Kreuzung. Naja. Bis jetzt bin ich ja noch heile. Dank meiner Umsicht.
Ich geb zu, dass ich mir auch schon einen richtigen Klops im Straßenverkehr geleistet hab, aber das war nicht beabsichtigt. Seit diesem Tag weiß ich allerdings, warum die einem in der Fahrschule beibringen, dass man bei Fußgängern damit rechnen muss, dass sie mitten beim Überqueren der Straße umdrehen und zurück laufen (obwohl das dort in Zusammenhang mit kleinen Kindern und alten Leuten kam).
Aber ehrlich. Was genau ist so schwer daran, sich etwas mehr an die StVO zu halten und wenigstens ein bisschen umsichtig und vorausschauend zu fahren? Der Straßenverkehr ist doch kein Gegeneinander sondern ein Miteinander.

So, genug aufgeregt für heute. Ist schlecht für den Blutdruck und das Wohlbefinden.

Yours, Aly <3

Heiße Liebe zum Dessert

Das neue Jahr beginnt sogleich mit einem neuen Buch. Lange schon fristet es sein Dasein in meinem Regal und obwohl ich mir schon fast sicher war, es nie zu lesen, habe ich es nicht bei meiner riesen Aussortieraktion weggeworfen.
Nun hat eine demokratische, sogar beschlussfähige Zweidrittel-Mehrheit bestehend aus meinem Freund und einer Freundin beschlossen, dass dies meine aktuelle Lektüre sein solle. Zur Auswahl standen Sealed with a Kiss von Carly Phillips und eben Heiße Liebe zum Dessert von Jennifer Crusie und Bob Mayer. Mein Favorit war ersteres, meine Freundin sagte ohne Umschweife „Heiße Liebe!“, und mein Freund meinte: „Heiße Liebe zum Dessert ist der dümmere Titel, nimm das.“. Und so begann ich am Mittwoch das Buch zu lesen.
Fertig bin ich noch nicht (bin auf Seite 212, was einem Fortschritt von rund 44,4% entspricht), aber meine Meinung kann ich ja trotzdem schonmal kundtun.
Das Buch ist nicht schlecht. Zumindest nicht so, dass ich es nach kurzer Zeit wieder aus der Hand gelegt hätte und gedacht hätte: „Zeitverschwendung.“. Es ist wahrlich keine hohe Kunst, an manchen Stellen frage ich mich, ob das auch im Original so dumm klänge oder ob es an einer schlechten Übersetzung liegt (zeitweise finde ich es etwas holprig), aber immerhin will ich wissen, wie es weiter geht.
Ich möchte wissen, ob die Hochzeit am Ende stattfindet (okay, das ist eigentlich keine Frage, bei so einem Buch muss die Hochzeit stattfinden; falls nicht, wäre ich sehr positiv überrascht) und ob es tatsächlich eine Flamingohochzeit wird. Ich möchte wissen, ob sich meine Theorie vom lebendigen, irren, 25 Jahre im Atomschutzbunker versteckten Paten bestätigt oder ob sie doch nur seine Leiche finden (oder nichts). Und ich möchte wissen, was Agnes morgen zum Frühstück macht!
Himmel. Wenn das Buch auch sonst nicht besonders doll ist, so macht es Lust auf opulentes Frühstück. In meinem Falle hieße das schon überhaupt etwas zu essen, dass dieser Bezeichnung würdig ist – eine Scheibe Toast ist das meiner Ansicht nach nicht.
Aber wenn ich so des Nachts ins Bettchen gekuschelt lese, wie Agnes Würstchen und Omelette zum Frühstück bereitet, wie die Butter in der Pfanne langsam zergeht und sich ihr Duft ausbreitet, mit dem würzigen Geruch der Würstchen vermischt und das Omelette so fluffig ist, dass es auf der Zunge zergeht, ja, da bekomm‘ ich Lust, sowas auch zu machen.
Und so dachte ich mir Mittwoch: Hey, du hast noch Würstchen! Morgen gibt es zum Frühstück Würstchen und Omelette!
Und ich habe es getan! In Ermangelung von Paprika gab es zwar nicht das beschriebene Paprika-Käse-Omelette, sondern „nur“ Rührei, aber was soll’s? Es war göttlich. Schnell zubereitet und lecker – was will man mehr? Und das bei meiner Wenigkeit, die sich manchmal die eine Scheibe Toast reinquälen muss, weil sie früh einfach keinen Hunger hat.
Nun habe ich gestern abend (naja, eher heute ganz früh) weiter gelesen und durfte am nächste Frühstück von Agnes teil haben. Pfannkuchen.
Mein Gedanke: Du hast Karamellsirup und in einem Kochbuch ist ein Rezept für amerikanische Pancakes. Morgen gibt es Pancakes zum Frühstück!
Und wieder stand ich zu meinem Wort und habe Pancakes gemacht. Der Clou hier: Der Teig muss nach dem Zusammenrühren ein bisschen ruhen. Perfekt, um in der Zwischenzeit zu duschen. Auch gehen sie schnell von der Hand. Je nachdem für wie viele Leute man die Pancakes macht, würde ich sagen 15 – 20 Minuten plus etwa 15 Minuten Ruhezeit für den Teig. Und dazu dann ein schöner Milchkaffee. So kann der Tag beginnen. Da stört nicht mal der deprimierende Blick aus dem Fenster.
Also allein dafür lohnt es sich bereits, dieses Buch zu lesen.
Ich bin gespannt, was es als nächstes zum Frühstück gibt und ob ich wieder Lust zum Nachkochen habe (und zufällig wieder alle nötigen Zutaten im Haus).

Yours, Aly <3